VHS/Macromedia-Diskussion

Social Media und KI als Treiber der digitalen Sportkommunikation

27.11.2025

Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr hatten der Verein Hamburger Sportjournalisten und die Macromedia University of Applied Sciences zu einer Podiumsdiskussion geladen und konnten sich über eine sehr ansprechende Resonanz freuen. Thema war die „Digitalisierung der Sportkommunikation“.

 

Die Plätze auf der Macromedia-Eventfläche in der Hamburger City waren mit Studierenden und VHS-Mitgliedern sehr gut gefüllt, als das Thema am Abend des 26. November „Digitalisierung der Sportkommunikation“ lautete. Macromedia-Professor Thomas Horky hatte als Podiumsgäste Judith Zacharias (Referentin Corporate Communication beim SV Werder Bremen), Pit Gottschalk (Publisher des täglichen Newsletters Fever Pit’ch und früher unter anderem Chefredakteur von Sport 1 und Sportbild) und Frederik Ahrens (Ressortleiter Sport der Hamburger Morgenpost) eingeladen. Gemeinsam mit Thomas Horky moderierte die Macromedia-Studentin Tilde Böttcher gekonnt die rund einstündige Diskussionsrunde. Im Anschluss nutzen die Publikumsgäste ausgiebig die Chance, der Expertin und den Experten auf der Bühne weitere Fragen zu stellen.

Judith Zacharias gewährte während der Diskussion überaus interessante Einblicke in die moderne, digitale Medienarbeit eines etablierten Fußball-Bundesligaklubs wie Werder Bremen. Diese geht auch an einem Spieltag weit über die Organisation der Mixed Zone und Pressekonferenz sowie Zuführung von Spielern an die Field-Reporter der TV-Sender hinaus. So habe sie sich kürzlich bei einem Heimspiel um Influencer aus Vietnam, Südafrika und Kolumbien gekümmert. Das Ganze geschah in Abstimmung mit der DFL, die in den genannten Ländern einen sogenannten Zielmarkt sieht (Logo: VHS).

Pit Gottschalk berichtete, dass sein Fußball-Newsletter Fever Pit’ch mittlerweile 30.000 Abonnenten zählt, von denen einige auch freiwillig einen Obolus entrichten. Die zugehörige Website diene als weiterer Distributionskanal, hinzu komme ein ergänzender Video-Podcast, der vor allem auf YouTube verbreitet wird. So habe er eine Kostendeckung für diesen ersten, von einem großen Medienhaus oder Verein unabhängigen, bundesweiten Fußball-Newsletter erreichen können. „Aber wirklich Geld verdiene ich mit anderen Sachen“, stellte er klar und nannte beispielsweise seine Kolumnen auf Focus Online und 1&1.

Im Raum stand auch die Frage wie die Künstliche Intelligenz die Arbeit von Sportjournalistinnen und Sportjournalisten künftig verändern wird. „Wir dürfen ihr nicht blind vertrauen, aber sie wird uns besser machen. Und es werden neue Jobs entstehen“, prognostizierte Pit Gottschalk. Wenn die KI lästige und zeitraubende Arbeiten übernimmt, bleibe für den Journalisten mehr Zeit für Gespräche und Einordnungen.

Mopo-Sportchef Frederik Ahrens: „Hätten wir das so veröffentlicht, wäre das eine große Blamage für uns gewesen“

Wie zuvor Pit Gottschalk warnte auch Frederik Ahrens davor, KI-Inhalte ungeprüft zu übernehmen. In einem von ihm interessehalber angeforderten Text über den Hamburger Top-Diskuswerfer Mika Sosna und seinen bisher besten Wettkampf seien nahezu alle Daten der Konkurrenten nicht korrekt gewesen. „Hätten wir das so veröffentlicht, wäre das eine große Blamage für uns gewesen“, sagte er, zeigte sich aber auch überzeugt davon, dass KI-Anwendungen sehr schnell dazulernen werden und somit für den journalistischen Alltag noch wertvoller werden.

Nach dem offiziellen Teil nutzten die Teilnehmenden bei Snacks und Getränken die Chance, sich im kleinen Kreis auszutauschen. Hier wurden alte Bekanntschaften gepflegt, vor allem aber auch neue Kontakte geknüpft. Auf jeden Fall soll die Kooperation zwischen dem VHS und der Macromedia University fortgesetzt und im kommenden Jahr mit weiteren Veranstaltungen gelebt werden.

Autor dieses Artikels ist der 1. VHS-Vorsitzende Carsten Harms. Eine längere Fassung finden Sie hier auf der Website des VDS-Regionalvereins.