Sein Gesicht war lebenslang ein Lächeln. Wenn man sich sah, da war immer dieses Lächeln. Und sein Interesse am Gegenüber. Dietmar Schott war ein Rheinländer und ein ernsthafter Mensch, das funktioniert wirklich, einer, der für den Sport lebte. In den 1960er-Jahren spielt er, 1,92 Meter hoch, für den ASV Köln. Als Saturn Köln vier deutsche Meisterschaften gewann und drei deutsche Pokale, war er an der Seite von Mäzen Fritz Waffenschmidt. Basketball war sein Leben, aber doch nur eines von vielen.
Mit Beate, einer Kollegin, war er 47 Jahre verheiratet. Ihre Heimat war der Westdeutsche Rundfunk in Köln. Als Dietmar Schott 1988 als Nachfolger von Kurt Brumme WDR-Sportchef wurde, wurde er zu einer der „wichtigsten Stimmen des Landes“, wie WDR-Intendantin Katrin Vernau treffend sagt. Über 2000 Sendungen moderierte er in über 40 Jahren. „Sport und Musik“ im WDR, das war für uns Dietmar Schott. Und wenn man ihn traf, interessierte er sich immer vorwiegend für das andere Metier, gerne für die schreibenden Journalisten. „Wo wären wir ohne euch“, pflegte er zu sagen, wenn es um den Sport-Informations-Dienst ging. Dabei war - vor allem – er immer das Lexikon. Dietmar Schott wusste sehr viel. Nicht nur vom Sport, auch vom Jazz (Schott-Foto: VWS).
Wenn Dietmar Schott ins Mikrofon sprach, fühlten wir uns zuhause – und im Stadion. Großartig. Er zählte zur Familie, von 1962 bis 2002 im WDR. „Sport und Musik“ war Pflicht, wenn man nicht selbst um Punkte spielte oder später selbst davon berichtete. Basketball, Fußball – aber doch vor allem auch die Pferde. Er baute in Lohmar 1974 Gestüt Höhnchen auf. Er saß selbst im Sulky, 14 Siege. Und wenn „Sport und Musik“ angepfiffen wurde, Pferde waren immer dabei. Dietmar Schott war es wichtig, dass der Pferdesport in der großartigsten und herausragendsten Hörfunksendung des Sports seinen Platz hatte.
Über 30 Mal meldete sich Schott vom „Prix d’Amerique“ in Paris-Vincennes, 25 Mal vom Deutschen Derby, er berichtete von elf Olympischen Spielen, aber das sind Zahlen. Er lebte für den Sport – und seine Akteure. Peter Remmert war einer seiner Freunde, Willi „Ente“ Lippens ein anderer. Legendär: „Ich danke Sie!“ sagte Lippens beim Spiel von RWE bei Westfalia Herne 1965 zum Schiedsrichter, nachdem der ihn mit den Worten: „Ich verwarne Ihnen“, verwarnt hatte – und flog vom Platz. Dietmar Schott veröffentlichte das Buch über seinen Freund Lippens 2008.
Sport war sein Leben, geboren in Köln, aufgewachsen in Hamburg, glühender Fan und Ehrenmitglied des Hamburger SV. 1962 kehrte er nach Köln zurück. Zum WDR. Dietmar Schott konnte sich freuen – am Sport und am Leben. Seines währte 88 Jahre lang bis zum Montag – und es war ein gutes und erfülltes und glückliches. „Dietmar war ein geschätzter, ein großartiger Kollege – alte Schule“, sagt Heribert Faßbender. Oft sagt er das nicht.
Dr. Christoph Fischer (VWS-Präsident)