Der VWS trauert

Zum Tode von Karl-Heinz „Kalle“ Frieler – Einer mit goldenem Herz

22.08.2025

Ein war ein Unikat der Branche, Pferdesport sein Metier. Mit 71 Jahren ist der Fotograf Karl-Heinz „Kalle“ Frieler gestorben.

 

Wer war dieser Karl-Heinz Frieler, der schleppend und mit Kameras schwer beladen über die großen Turnierplätze schlurfte? Vorneweg: „Kalle“, wie er gerufen wurde, war mehr als gut. Wer ihn als Turnierfotografen verpflichtete, war seines kompletten Einsatzes gewiss, morgens beim ersten Pferd vor Ort mit der Kamera am Platz zu sein bis oft spät in den Abend hinein. Das kostete, er brachte immer volle Leistung bis zur Erschöpfung.

Zuletzt war es ruhiger geworden um „Kalle“ mit dem Schnauzbart, der in Aachen 2003 mit der „Silbernen Kamera“ ausgezeichnet worden war für das Foto „Freudentränen“ von einer Para Reiterin. Er suchte sich für seine Motive nicht immer die ganz Großen aus, auch jene, die eher im Schatten stehen und dennoch großartige Leistung bringen. Dafür hatte er ein Gespür (Frieler-Foto: Raimund Hesse).

Studiert hatte er Maschinenbau, später Fotodesign. In den Pferdesport als Fotograf kam er durch seinen Kollegen Raimund Hesse. Ab 1986 widmete sich Frieler ganz dem Pferdesport. Er war nicht nur Fotograf, er hatte überall wache Augen und Ohren auf Empfang. Ihm entging kaum etwas. Für viele Veranstalter war er ein wichtiger Ratgeber, weil er sich auskannte in der Branche.

Das Ruhrgebiet war seine Heimat, dort gehört der Gelsenkirchener auch hin, er sprach die Sprache des „Pott“. Dort fühlt er sich zuhause, weil er die Menschen verstand und verteidigte. Er war gradlinig, schnörkellos, aufrichtig und direkt. Wem er Freund war, blieb er es auch ein Leben lang.

Der frühere Reiter-Präsident Breido Graf zu Rantazau (2022 verstorben) nannte ihn bei der Auszeichnung mit dem „Reiterkreuz in Bronze“ einen „mit einem goldenen Herzen“. So war er auch, der „Kalle“, der am 19. August im Alter von 71 Jahren an den Folgen einer Lungenkrebserkrankung gestorben ist. „Ohne Schmerzen, ganz ruhig“, sagte seine Frau Monika. Auf „Kalles“ Bitte hin gibt es keine Trauerfeier und keine Todesanzeige, die Urne mit seiner Asche wird anonym in die Erde gelassen.

Dieter Ludwig