Liebe Kolleginnen und Kollegen,
am 23. Oktober wurde ein Schreiben an alle Vertreter der Sportjournalistenverbände in Europa versendet, unterschrieben von Delegierten aus zehn Ländern. Neben Frankreich, Portugal, den Niederlanden, Belgien, Dänemark, Tschechien, Rumänien, Irland und Estland gehört auch der VDS zu den Unterzeichnern.
Unter dem Titel "Entwurf für die Zukunft der AIPS in Europa" werden konkrete Vorschläge gemacht, auf deren Basis die künftige Ausrichtung programmatisch diskutiert werden soll. Dies ist ein erster Schritt, um rechtzeitig vor den anstehenden Neuwahlen sämtlicher Führungsämter inklusive des AIPS-Präsidenten und der kontinentalen Präsidenten beim Kongress Mitte April 2026 in Lausanne den Fokus wieder auf inhaltliche Herausforderungen zu richten – und weg von Machtpolitik und Postengeschacher.
Der Druck, unter dem Medien aktuell von allen Seiten stehen, ist bekanntlich nicht nur in Deutschland gegeben, ganz im Gegenteil. Daher braucht es aus Sicht der Gruppe eine klare Vision, welche Rollen, Aufgaben und Verpflichtungen der internationale Sportjournalistenverband hat bzw. haben sollte.
Dabei geht es vor allem darum, die AIPS zu professionalisieren, um auf Augenhöhe mit Verbänden wie dem IOC, der FIFA oder der UEFA über Verbesserungen der Arbeitsbedingungen diskutieren zu können, beispielsweise bei Akkreditierungen, Zugängen zu Funktionären und Sportlern sowie der Infrastruktur bei Großereignissen (Medienbereiche, Presseplätze, Parkplätze, etc.). (Foto Martin Volkmar: Martin Hangen)
Schon jetzt ist die vor zwei Jahren gegründete Arbeitsgruppe Fußball, in der auch der VDS vertreten ist, im engen Austausch mit der UEFA. So konnten etwa bei der Fußball-EM 2024 und den jüngsten Champions-League-Endspielen Optimierungen für alle Kolleginnen und Kollegen erzielt werden, beispielsweise die Vergrößerungen der Mixed Zones.
Fester Bestandteil der Arbeit der künftigen AIPS-Exekutive soll und muss es daher sein, sich fortwährend um einheitliche Standards für Medienzugänge, die Unterstützung aller Kolleginnen und Kollegen bei ihrer täglichen Arbeit und die Verteidigung der Pressefreiheit und Unabhängigkeit im Sport zu kümmern.
Die in dem Schreiben noch detaillierteren Ideen und Vorschläge sollen ein Anstoß für alle Delegierte sein, die Kandidatinnen und Kandidaten bei den AIPS-Wahlen nach ihren inhaltlichen Programmen zu bewerten (statt wie in der Vergangenheit zu oft eher nach Persönlichkeit, Kontakten und Versprechungen).
Der VDS hofft wie alle Mitglieder der Gruppe, dass sich zahlreiche Bewerberinnen und Bewerber finden werden, die die genannten Ziele umsetzen wollen. Die Frist dafür läuft noch bis Januar, erst dann wird Klarheit über das mögliche Personaltableau herrschen.
Der deutsche Sportjournalistenverband kann zwar aufgrund der hochgradigen Professionalisierung, definierter beruflicher Standards (wie den VDS-Leitlinien) und dem engen Austausch mit DOSB, DFB, DFL und anderen Verbänden und Vereinen die meisten Probleme auf nationaler Ebene lösen. Trotzdem ist uns auch eine kompetente, an der Sache orientierte und starke internationale Vertretung der im Sportjournalismus tätigen Kolleginnen und Kollegen durch die AIPS wichtig, weshalb die Wahlen im kommenden Jahr eine entscheidende Zäsur sein könnten.
Bis dahin wird sich der VDS weiter daran beteiligen, Mehrheiten für unser Programm und geeignete Kandidatinnen und Kandidaten zu finden.
Herzlichst,
Ihr Martin Volkmar