Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
zwei Hauptorte, vier Cluster und viele Kilometer dazwischen – wer von den Olympischen Winterspielen in diesem Februar berichtet, wird sich in der Regel eher vorkommen wie bei einer Weltmeisterschaft. Jedenfalls trifft das auf jene Kolleginnen und Kollegen zu, die sich für einen einzigen Standort entschieden haben und nicht das Cluster wechseln. Wer das vorhat, sieht zwar von Norditalien viel, muss aber meistens einen ganzen Reisetag einplanen. Um von Cortina nach Bormio zu kommen, dauert es gut fünf Stunden – mit dem Auto. Mit den offiziellen Transfer-Shuttles länger.
Es wird deshalb kaum jemanden geben, der sowohl die Abfahrt der Männer am ersten Olympia-Samstag, als auch die der Frauen 24 Stunden später live sieht. Die eine findet im Valtellina in der Lombardei statt, die andere in der zu Venetien gehörenden Provinz Belluno. Zum Glück wurde die Bob-Bahn rechtzeitig fertig, sonst hätten die Olympischen Winterspiele 2026 womöglich auf verschiedenen Kontinenten und in unterschiedlichen Zeitzonen stattgefunden. Wo bleibt da das olympische Flair? Aber das schert die italienischen Organisatoren und das IOC ebensowenig wie das Versprechen, für nachhaltige Spiele zu sorgen.
Einen kleinen Vorgeschmack darauf, dass dies wohl etwas andere, umständlichere Spiele werden, bekamen die Journalistinnen und Journalisten schon Monate vor der Eröffnung. Das sehr engagierte Olympia-Team schien von seinem Extranet so begeistert, dass es das Arrival- und Departure-Formular offenbar nach jedem Update neu versendete, was dazu führte, dass man es gleich mehrmals wieder ausfüllte, um ja sicher zu gehen, am Flughafen einen Transport oder einen Passierschein für das Auto zu bekommen. Die Durchfahrtsberechtigung kam dann wie angekündigt tatsächlich 48 Stunden vor Anreise an. Und auch nur einmal. (Foto Elisabeth Schlammerl: Martin Hangen)
Wer sich nicht nur wie von DOSB und VDS empfohlen frühzeitig die schon aus Paris bekannte SEAT-App, auf der die Akkreditierung digital hinterlegt ist (ohne die gibt es erstmals keinen Einlass in die einzelnen Sportstätten), auf das Handy geladen hat, sondern auch die Transport-App, ist seit Mitte Januar gut informiert über die Verkehrssituation in Italien. Der Weg des Olympischen Feuers (und wo deshalb gerade Straßen gesperrt sind) ließ sich so gut nachverfolgen und man erfuhr, dass auch in Italien am 2. Februar die öffentlichen Verkehrsmittel bestreikt wurden, allerdings nur regionale.
Und noch etwas ist neu bei diesen Winterspielen: Der VDS wird erstmals im Deutschen Haus vertreten sein. Wolfram Köhli ist dort Ansprechpartner. Außerdem sind für die Belange der Fotografen unser 2. Vizepräsident Kevin Voigt und Fotografensprecher Alexander Hassenstein vor Ort (Antholz). Für Fragen der Print- und Online-Kollegen stehe ich in Cortina zur Verfügung.
Herzlichst,
Ihre Elisabeth Schlammerl