Editorial von Kerstin von Kalckreuth

Es gibt Hilfe

06.05.2026

Kerstin von Kalckreuth, Antidiskriminierungsbeauftragte des VDS, über ihre Arbeit und ihr Angebot für Betroffene.

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

bei der Hauptversammlung des VDS in Berlin habe ich von meiner Arbeit als Antidiskriminierungsbeauftragte unseres Verbandes berichtet und ich möchte das an dieser Stelle für all diejenigen, die nicht dabei sein konnten, ebenfalls tun. 

Vor zwei Jahren haben wir diese Anlaufstelle für Euch eingerichtet. Unter antidiskriminierung@sportjournalist.de erreicht ihr mich – und nur mich. Niemand außer mir kann auf dieses Postfach zugreifen. So ist Vertraulichkeit möglich. Und diese wird im Übrigen auch gelebt. Ich bin keine Therapeutin, sondern Sportjournalistin mit einem offenen Ohr. Ich verstehe mich als Türöffnerin zu anderen Hilfsangeboten oder auch zu unserer kostenfreien Rechtsberatung. (Foto: vds/Tilo Wiedensohler)

Ich kann und möchte jetzt hier keine Fälle beschreiben, nur so viel: Es ist nicht so, dass ich wöchentlich Post bekomme, aber einige von Euch haben mich in den vergangenen Jahren dann doch kontaktiert mit Anliegen, die so vielfältig sind wie Diskriminierung. Noch immer ist die Benachteiligung und Belästigung von Frauen im Sportjournalismus unser größtes Thema. Wenn es zu Diskriminierung innerhalb der eigenen Berufsgruppe kommt, ist das für die Betroffenen oft besonders schmerzlich. 

In diesem Zusammenhang möchte ich anregen, dass Ihr Euch Gedanken über den Namen unseres wunderbaren Verbandes macht. Ich spreche immer vom Verband Deutscher Sportjournalistinnen und -journalisten, das ist im Schriftsatz aber zu sperrig. Habt ihr bessere Ideen? Gebt diese gerne an die Vorstände in Euren Regionalvereinen oder direkt ans Präsidium des VDS weiter. 

Es sind aber nicht nur Frauen, die diskriminiert werden. In den vergangenen Jahren stellen wir mit der zunehmenden Digitalisierung auch Fälle von Altersdiskriminierung fest. Nicht mehr schnell, fit, flexibel und social-media-kompatibel genug?

Neben den Gesprächen und Kontakten mit Betroffenen bin ich auch in Sachen Außendarstellung für unseren Verband unterwegs. Ich habe auf dem b-future-Festival in Bonn mitgewirkt bei der Live-Aufzeichnung des Sport-Inside-Podcasts zum Thema "Keine Macht den Tätern" sowie bei einer Veranstaltung des NRW-Ministeriums zum internationalen Weltfrauentag in Köln auf dem Panel. In der Regel spreche ich als Sportjournalistin und Antidiskriminierungsbeauftragte des VDS. Leider kann ich nicht alle Einladungen in meinem Ehrenamt annehmen, ich versuche aber, unseren Verband bei dem Thema präsent zu halten. 

An Euch die herzliche Einladung: Nutzt bei Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen die E-Mail-Adresse und schreibt. Manchmal reicht das schon. Und wenn nicht: Es gibt Hilfe.

Liebe Grüße

Eure Kerstin von Kalckreuth