Der Fußballspieler Leon Bell Bell läutete die letzte Braunschweiger Offensive im Pokal-Krimi seiner Eintracht gegen den VfB Stuttgart ein. Aus Rio de Janeiro meldet sich der DTB-Vorstand Thomas Gutekunst zur Akrobatik der Gymnastik-Weltmeisterin Daria Varfolomeev. Bei der Fußball-EM der Frauen steht im deutschen Kader die Abwehrspielerin Elisa Senß. „Wo sie hinlangt, wächst kein Gras mehr“, so die Süddeutsche Zeitung.
Es heißt ja unter Journalisten, Namenswitze mache man nicht. Das sei weniger eine Frage des Humors als eine des Anstandes. Es gelte, die Würde des Menschen zu schützen, wenn etwa ein Fußballspieler Holzfuß heißt, dafür aber nichts kann. Doch wer will dem Schmunzeln widerstehen, wenn der Name umschreibt, dass sich dahinter eine Nachricht versteckt? Wie bei den Herren Klitschko: Die haben ihr k.o. schon in der Anrede.
Und ein Beispiel aus der SZ: Hier entdeckt Alois Gudmund eine „Wohlfühlküche am Mittelmeer“, zuvor wird in dieser Rubrik ein Fisch-Restaurant von Carolus Hecht gelobt. Stefanie Sargnagel liefert einen Beitrag zum Jahrestag des Todes von Richard Lugner, dem Wiener Baulöwen. Samira El Quassil berichtet über Medien, Peter Blechschmidt schreibt zum „Flugzeug der Kanzlerin“. Oder jetzt vor einem Münchner Gericht, der Fall Pierre Uebelhack: Der Mann verlangt von seiner Teilzeitpartnerin Lilly Becker 180.000 Euro zurück, die er der Ex von Boris B. einst als Darlehen genehmigte (Uhrig-Foto: VMS).
Zurück zum Fußball. Marcel Beifus beschattet Gegner für den Karlsruher SC, Christian Ballweg gehört zu den Schiedsrichtern der Bundesliga. Als Präsident ist Oke Göttlich die letzte Instanz beim FC St. Pauli. Niklas Hauptmann führt Regie im Mittelfeld des SC Dynamo Dresden, Tim Handwerker sorgt für Ordnung im Strafraum von Arminia Bielefeld, Leopold Querfeld rotiert bei Union Berlin in der Abwehr, Fabian Nürnberger spielt beim gleichnamigen „Club“, ehe er zum SV Darmstadt 98 wechselt.
Nicht mehr auf der Höhe ist Peter Hauptvogel, bei Air Berlin einst Medienchef. Claus Kleber war ausgleichender Moderator im „heute journal“ des ZDF, Simon Gottlieb Chefredakteur im CSU-freundlichen Bayern-Fernsehen, Manfred Hart Hardliner bei BILD. Dirk Schweiss ist Hautarzt in Nürnberg, Angela Huntgeburth Tierärztin im oberbayerischen Vaterstetten, Erwin Falter Schönheitschirurg in Ebersberg.
Nomen est omen, Name als Programm. Wie auch bei Walter Schneeloch, deutscher Funktionär bei Olympischen Winterspielen. Von dort berichtete Jörg Winterfeldt für die Berliner Zeitung. Nicht ganz reichte der Name bei Gracie Gold, einer zauberhaften US-amerikanischen Eiskunstläuferin, immerhin kam sie auf WM-Platz vier. René Adler flog einst im Fußballtor von Bayer Leverkusen.
Nur noch Erinnerung ist auch das rhythmische Dong Dong, dieser monotone Gleichklang zur Sprungfeder des gleichnamigen chinesischen Olympiasiegers auf dem Trampolin. Seinen Namen einmal falsch ausgelegt hat Englands Fußball-Nationalspieler Danny Drinkwater: Der Profi des FC Chelsea verlor nach einem Autounfall für 20 Monate den Führerschein – Drinkwater hatte zu viel Alkohol getrunken.
Wolfgang Uhrig war Chefredakteur des kicker, später produzierte er die OSB-Standardwerke zu Olympischen Spielen. Die Kolumne „Ansichtssache“ schreibt er für den Verein Münchner Sportjournalisten. Wir danken dem Autoren und den VMS-Kolleg:innen dafür, den Text nutzen zu dürfen.