Hinweis gemäß EU-KI-Verordnung: Diese Zeilen wurden von einem Menschen verfasst und nicht von Künstlicher Intelligenz. Das merkt man schon an den kleinen Fehlern, die eventuell vorkommen.
Aber sonst? Stilistisch und so? Merkt man was? Okay, es braucht eine Idee, das ist eventuell noch Menschenwerk. Teufels Beitrag wäre dann die Formulierung. Wir haben also mal ein kleines Experiment gestartet. Eine Meldung vom Pokalsieg des BVB gegen Bremen. KI sollte sie boulevardesk, feuilletonistisch und wie ein TV-Reporter formulieren. Das Ergebnis ist so erwartbar wie erschreckend.
IRRE! SABITZER SCHOCKT BREMEN IN LETZTER SEKUNDE! Dortmund jubelt, Werder am
Boden! Borussia Dortmund gewinnt einen Pokal-Krimi gegen Werder Bremen mit 3:2 – und das dank eines Freistoß-Hammers in der dritten Minute der Nachspielzeit!
Ein Bogen über die Mauer, ein Moment für die Ewigkeit – Fußball liebt die Verspätung. Er lässt das Entscheidende gern warten, bis die Hoffnung beinahe aufgebraucht ist und die Gewissheit schon zum Greifen nah scheint. Im Pokalduell zwischen Borussia Dortmund und Werder Bremen wurde diese alte Dramaturgie auf die Spitze getrieben. (Foto Andreas Hardt: privat)
Sabitzer trifft! Dortmund gewinnt den Pokal-Krimi in letzter Sekunde! Was für ein Finale! Borussia Dortmund schlägt Werder Bremen mit 3:2 – und die Entscheidung fällt erst in der dritten Minute der Nachspielzeit! Wir sind hier in der Schlussphase eines Pokalspiels, das noch einmal völlig auf den Kopf gestellt wurde.
Jo, stimmt so weit. Hat man so alles schon mal gelesen. Und wenn wir ehrlich sind, haben wir uns ja schon oft gefragt: Wer schreibt eigentlich was und warum erscheint so vieles gleich? Und war Franz Josef Wagner in seinen letzten Jahren schon eine auf Zynismus programmierte KI? Wo sind wir, wo stehen wir und wo geht es noch hin?
Der Boomer-Journalist sorgt sich um sein Handwerk, jüngere Generationen werden lernen, die Möglichkeiten aus den Datenzentren für sich zu nutzen. Wenn sie gut sind – also im Anwenden von KI. Auf Dinge wie gewitzte Formulierungen, guten Stil, originelle Einstiege, wird es in Zukunft immer weniger ankommen. Denn die Maschinen lernen. Schnell. Sehr schnell. Und Verlagsgeschäftsführungen wissen das: Zum 30. September hat DuMont die Rheinische Redaktionsgemeinschaft geschlossen, die bisher die Lokalausgaben von Kölner Stadt-Anzeiger und Kölnischer Rundschau im Umland von Köln produziert hat. Neue "digitale Regio-Teams" erledigen das jetzt, auch mithilfe von KI. Nach Angaben von DuMont sind durch die Schließung der RRG 57 Vollzeitstellen entfallen.
So nämlich. Eine KI kann auch Lokalen eine "Amtliche Verlautbarung" zu einem Text verarbeiten oder die Ankündigung einer Straßensperrung, die Wahl des neuen Landrates. Oder die Bilanzzahlen des lokalen Viertligisten. Für Meldungen, Nachrichten wird der menschliche Journalist jetzt schon nicht mehr zwingend gebraucht.
Um so wichtiger ist der Aufbau von Netzwerken, persönlichen Kontakten, sind Gespräche, Hinhören, Vertrauen schaffen und dadurch Wahrheiten finden, die eben nicht offensichtlich sind und die ein Algorithmus eben nicht erkennen kann.
Ein Journalist soll die Öffentlichkeit wahrheitsgemäß, verständlich und möglichst unabhängig informieren. Seine Arbeit hilft den Menschen, sich eine eigene Meinung zu bilden und wichtige Entscheidungen zu treffen. Das sagt die KI. Und die weiß schließlich alles. Fast.
Andreas Hardt, vormals Redakteur bei SID und dapd, arbeitet als freier Journalist von Hamburg aus. Er schreibt die Kolumne "Hardt und herzlich" für den monatlichen Newsletter des Verbandes Deutscher Sportjournalisten. Hier gelangen Sie zu Hardts Xing-Profil.