Editorial von Präsidiumsbeisitzer Martin Volkmar

Zeit für Verbesserungen

04.03.2026

Martin Volkmar bewirbt sich um einen Posten in der AIPS-Exekutive und erläutert die Hintergründe der Wahl.

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

bei der AIPS tut sich was. Die anstehenden Präsidiumswahlen bei der Hauptversammlung im April in Lausanne werfen immer größere Schatten voraus. Im Hintergrund laufen sich die Kandidaten warm, die aktuell versuchen, für ihr Programm zu werben und so möglichst viele der Delegierten aus den 170 Mitgliedsverbänden auf ihre Seite zu ziehen.

Bei der Wahl zum AIPS-Präsidenten wird der seit 2005 amtierende Italiener Gianni Merlo vom Südkoreaner Hee Don Jung und der Ungarin Zsuzsa Csisztu herausgefordert. Darüber hinaus werden der Generalsekretär, der Schatzmeister, fünf Vizepräsidenten sowie 13 weitere Mitglieder des Exekutivkomitees gewählt. Hierzu gehört auch Joe Langer aus Österreich, der erneut kandidiert.

Automatisch zu dieser Führungsebene gehören als Vizepräsidenten zudem die Präsidenten der vier Kontinentalverbände (Europa, Afrika, Asien, Amerika), die teilweise ebenfalls in Lausanne am Tag vor der globalen AIPS-Spitze gewählt werden sollen.

In der AIPS Europa gab es allerdings im Vorfeld heftige Auseinandersetzungen über die Durchführung der Kontinentalwahlen. Die noch amtierende Exekutive unter dem Malteser Charles Camenzuli und dem ungarischen Vizepräsidenten György Szöllösi wollten diese Abstimmung auf einen zusätzlichen Kongress im Herbst verschieben, Ungarn erklärte sich vorab bereit, für sämtliche Kosten der Delegierten aufzukommen.

Begründet wurde dies vor allem damit, dass die Wahlperiode erst dann beendet sei, da der letzte Wahlkongress wegen der Corona-bedingten Verschiebung erst im Oktober 2022 in Rom statt wie sonst immer im Frühjahr stattgefunden hatte. Juristisch ist dieses Argument allerdings haltlos, da die Vier-Jahres-Periode laut Statuten immer das Maximum der Amtszeit darstellt, diese aber jederzeit früher beendet werden kann – gerade aufgrund des Sonderfalls der Covid-Pandemie. (Foto Martin Volkmar: Martin Hangen)

Von Beginn an hatte die Mehrheit der europäischen Verbände, darunter auch der VDS, sehr stark klargemacht, dass ein weiterer Kongress aus finanziellen, logistischen und inhaltlichen Gründen abgelehnt wird. Doch trotz der klaren schriftlichen Forderung von zwei Dritteln der europäischen Mitgliedsverbände entschied die zwölfköpfige Führung der AIPS Europa mit einfacher Mehrheit von acht Stimmen (u.a. gegen das Votum des österreichischen Exekutivmitglieds Michael Schuen), die Wahlen in den Herbst zu verschieben. Das ukrainische Exekutivmitglied begründete das unter anderem mit dem Hinweis, es gebe keinen Beweis, dass die Stimmen der Gegner tatsächlich echt gewesen seien.

Entsprechend groß war und ist die Empörung bei der übergroßen Mehrheit über dieses undemokratische Verhalten der noch amtierenden Führung der AIPS Europa und deren fehlende Bereitschaft, dieses klare Votum zu akzeptieren. In der Folge wurden zahlreiche Versuche gestartet, doch noch die Wahl in Lausanne stattfinden zu lassen, diesmal mit Unterschriften und Stempel von insgesamt 32 Verbänden inklusive des VDS.

Dem Vorstoß schlossen sich auch die vier Exekutivmitglieder aus Österreich, Italien, Slowenien und Georgien sowie deren Verbände an. Erst am 7. Februar, ganze vier Tage vor Ende der Bewerbungsfrist, gab die Führung der AIPS Europa ihren Widerstand auf und akzeptierte doch noch die Wahlen im April.

Seitdem haben 29 Kandidaten fristgerecht ihre Bewerbung für die insgesamt zwölf Plätze in der Exekutive abgegeben. Es freut mich sehr, dass der VDS mich für diese Wahl als deutschen Vertreter vorgeschlagen hat. Gerne möchte ich hier mit den Kolleginnen und Kollegen aus zahlreichen Ländern quer durch Europa die Ideen umsetzen, die wir zusammen im Wahlprogramm unseres Präsidentschaftskandidaten Marc Ventouillac aus Frankreich formuliert haben.

Analog zu den Prioritäten im VDS soll es in der neuen AIPS nicht mehr um Posten,  Machtspiele und Hinterzimmerpolitik gehen, sondern die Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Sportjournalistinnen und Sportjournalisten im Vordergrund stehen. Unter anderem mit der Optimierung der Zusammenarbeit mit den großen Kontinentalverbänden, so wie die AIPS-Arbeitsgruppe Fußball mit UEFA und FIFA bereits in regelmäßigem und konstruktiven Austausch steht.

Neben Marc Ventouillac als potenziellem Nachfolger des nicht mehr antretenden Charles Camezuli werden genug kompetente Kandidatinnen und Kandidaten für eine Neubesetzung des Exekutivkomitees zur Verfügung stehen –und hoffentlich auch gewählt werden, wenn die bisherige Unterstützung aus mehr als 30 Verbänden anhält.

Keine Alternativen können aus Sicht des VDS jedenfalls diejenigen Vertreter des bisherigen Exekutivkomitees und ihrer Verbände sein, die die Forderungen der übergroßen Mehrheit ignoriert und den Kontinentalverband damit bewusst an den Rand der Spaltung geführt haben. Das gilt auch für den zweiten Präsidentschaftskandidaten, den bisherigen Schatzmeister Erodotos Miltiadous aus Zypern.

Herzlichst,

Ihr Martin Volkmar