Sport1

Ach, wenn doch immer Darts-WM wäre

30.12.2024

Die Übertragungen der Darts-WM sind für Sport1 ein riesiger Erfolg. Insgesamt steht das Unternehmen jedoch vor sehr großen Herausforderungen.

 

Bei der noch bis 3. Januar laufenden Darts-WM erreichte Sport1 am Sonntag bei seinen Übertragungen erstmals im Schnitt über eine Million Zuschauer*innen ab drei Jahren. Zum 21. Mal in Folge ist der Sender dabei, die Quoten sind ein toller Erfolg. Auch bei der Vergabe der Rechte an der Fußball-Bundesliga von 2025/2026 bis 2028/2029 gab es Positives zu vermelden, selbst wenn die Zweitliga-Spitzenspiele am Samstagabend künftig bei RTL laufen: Sport1 kann weiterhin die Erstliga-Highlights im Free-TV zeigen, das ist wichtig für den sonntäglichen „Doppelpass“ oder „Bundesliga Pur“.

Zuvor aber dominierten schlechte Nachrichten. Die Highlight Communications AG, zu der unter anderem Sport1 gehört, meldete schwache Zahlen. Vor allem jedoch werden Dutzende Mitarbeitende vor die Tür gesetzt. Von einer „strategischen und personellen Neuausrichtung“ spricht das Management, bei der „der Personalbestand reduziert“ wird. Inhaltlich bedeutet dies unter anderem, dass Sport1 weniger Sport zeigen wird (Tahranci-Foto: Acun Medya).

Dies hat vermutlich auch mit der 50-prozentigen Übernahme der Anteile an der Sport1 GmbH durch Acun Medya zu tun. Seitdem tauchten im Programm vermehrt sportfremde Unterhaltungsformate auf, unter anderem „Exatlon“ (Reality-TV) und „My Style Rocks“ (Modeshow). Angekündigt sind zudem Neuauflagen von „Survivor“ (Reality-TV) und „MasterChef“ (Kochshow) .

In einem Interview mit dem Branchendienst DWDL umriss Ebru Atasav Tahranci, CEO des international agierenden Medienhauses aus Istanbul, die Strategie. „Wir wollen Sport1 zu einem erfolgreichen Sender für Sport und Entertainment machen, wie unsere anderen Sender auch. Das bedeutet, dass Sport1 kein reiner Sportsender bleibt.“ Aber auch: „Wir haben nicht vor, Sport1 in einen reinen Unterhaltungssender zu verwandeln.“

Insofern bleibt es spannend, zu beobachten, was künftig mit dem Unternehmen, das seine Wurzeln beim Deutschen Sportfernsehen hat, passieren wird. Laut Ebru Atasav Tahranci soll der Name „vorerst bestehen“ bleiben, weil Sport1 „eine sehr gute Marke“ und „auf dem deutschen Markt sehr bekannt“ sei. Eine Garantie gibt es allerdings nicht. „Wenn wir irgendwann unsere Strategie vollständig umgesetzt haben, werden wir den Namen vielleicht ändern, damit sich auch Entertainment im Namen des Senders widerspiegelt.“

cleg