Die Jury des Julius Hirsch Preises unter Vorsitz des DFB-Präsidenten Bernd Neuendorf kürte aus zwölf vorausgewählten Projekten drei für die Auszeichnung: die Streetbolzer aus Kassel (1. Preis), der SV Borussia Leer (2. Preis) und die Deutsch-Tschechische Fußballschule (3. Preis). Die feierliche Verleihung findet am 23. November in der Weststadthalle in Essen statt.
Der Verein Streetbolzer aus Kassel nutzt Straßenfußball, um insbesondere Kinder und Jugendliche aus benachteiligten Verhältnissen zusammenzubringen und ihnen Fairness, Toleranz und Eigenverantwortung zu vermitteln. Der SV Borussia Leer verbindet Amateurfußball mit einer klaren Haltung für Toleranz, Weltoffenheit und gesellschaftliche Verantwortung. Er engagiert sich gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und andere Formen der Diskriminierung. Die Deutsch-Tschechische Fußballschule mit Sitz im bayerischen Rehau bringt seit 2002 Kinder und Jugendliche aus verschiedenen europäischen Ländern durch den Fußball zusammen. Ihre Trainingseinheiten, Turniere und Lerncamps verbinden sportliche Förderung mit sprachlichem und kulturellem Lernen, internationaler Begegnung und historisch-politischer Bildung (Foto: DFB).
Für den Julius Hirsch Preis 2026 hatten sich 135 Projekte und Initiativen aus ganz Deutschland beworben. Nur dreimal – in den Jahren der sogenannten Flüchtlingskrise – lag die Zahl der Bewerbungen höher. Der Jury gehören elf Persönlichkeiten aus Sport, Politik und Gesellschaft an. Dies sind neben Neuendorf unter anderem DOSB-Präsident Thomas Weikert, die Journalistin Dunja Hayali, DFB-Vizepräsidentin Celia Sasic, Julius Hirschs Urenkelin Julia Hirsch und Otto Addo. Der ehemalige ghanaisch-deutsche Fußballspieler ist Gründer von „Roots - Against Racism in Sport“.
Mit dem Julius Hirsch Preis erinnert der DFB seit 2005 jährlich an den deutsch-jüdischen Nationalspieler „Juller“ Hirsch (1892 bis 1943) und an alle, insbesondere die jüdischen Opfer des nationalsozialistischen Unrechtsstaates. Hirsch trug siebenmal das DFB-Trikot und nahm an den Olympischen Spielen 1912 in Stockholm teil. 1943 wurde er in Auschwitz ermordet. Der Preis würdigt Menschen und Projekte, die sich mutig und wirkungsvoll für Vielfalt, Menschenwürde und ein respektvolles Miteinander sowie gegen Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung einsetzen.
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