Unter Leitung von DFB-Präsident Bernd Neuendorf hatte die achtköpfige Jury über die Vergabe der Auszeichnungen entschieden. Seit zwei Jahrzehnten erinnert der Preis an den 1943 in Auschwitz ermordeten deutsch-jüdischen Fußball-Nationalspieler Julius Hirsch. Die Gesamtdotierung beträgt 21.000 Euro. Mehr als zwei Drittel der insgesamt 134 Bewerbungen gingen aus Amateurfußballvereinen ein.
Anlässlich der Verleihung der Preise am Sonntag betonte Neuendorf, dass sich der DFB klar gegen Antisemitismus stelle. „Wenn man unsere Vergangenheit kennt, kann es nicht sein, dass man die Existenz des Staates Israel infrage stellt“, sagte er während einer Medienrunde in München. Dort bestreitet die deutsche Männer-Nationalmannschaft am Montag ihr Nations-League-Spiel gegen die Niederlande (Neuendorf-Foto: GES-Sportfoto/Marvin Ibo Güngör/augenklick).
Mit dem Preis werden laut Ausschreibung Personen, Initiativen und Vereine ausgezeichnet, die sich gegen Antisemitismus, Diskriminierung und Rassismus einsetzen. Dieses Jahr erhält die im sächsischen Fußball aktive „Initiative für mehr gesellschaftliche Verantwortung im Breitensport-Fußball“, ein Projekt der AG Bildung e.V., den ersten Preis. Der Fokus der IVF liegt darauf, Ehrenamtliche und Spieler*innen in Amateurvereinen für Diskriminierungsformen und Vorurteile zu sensibilisieren und eine offene und vielfältige Vereinskultur zu stärken.
Den zweiten Preis vergibt die Jury an „Blau-Weiss statt Braun“, einen Fanclub des Karlsruher SC, der 2025 sein 25-jähriges Bestehen feiert. KSC-Anhänger gründeten den Verein als Reaktion auf den Abstieg in die Regionalliga und das Aufkommen rechter Fangruppierungen in der Kurve des damaligen Wildparkstadions. Der FC Hertha Bonn 1918 wird mit dem dritten Preis ausgezeichnet. Der Verein aus dem Stadtteil Dottendorf initiierte im Mai 2022 eine Fußball-AG für geflüchtete Kinder in der Erstaufnahmeeinrichtung der Bonner Ermekeilkaserne.
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