IVW-Zahlen November 2022

kicker weiter vorn, Transfermarkt hängt Sport1 ab

09.12.2022

Der November brachte kaum Veränderungen im Ranking der News-Sportsites hierzulande. Der kicker führt weiterhin, dahinter tauschten Sport1 und Transfermarkt die Podiumsplätze. Allerdings sind die IVW-Zahlen wegen der laufenden Umstellung auf ein datenschutzkonformes Messsystem noch immer lediglich „eingeschränkt vergleichbar“.

 

Nach Angaben der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern kam der kicker im November 2022 auf 271,31 Millionen Online- und Mobil-Visits. Dies ist weniger als der Oktober-Wert (286,73 Millionen), als der unangefochtene IVW-Spitzenreiter einen neuen eigenen Rekord aufstellte. Möglicherweise hätte es zu einer weiteren Bestleistung gereicht, wenn der kicker nicht vom 10. bis 13. November erhebliche technische Probleme gehabt hätte. Die Website war zeitweilig kaum zu erreichen, die App funktionierte nur sehr eingeschränkt (Screenhot: IVW).

Grundsätzlich anzumerken ist, dass die IVW weiterhin auf ein datenschutzkonformes Messsystem umstellt. Die Zahlen aller Marktteilnehmer sind deshalb bis zum vollständigen Abschluss der Migration lediglich „eingeschränkt vergleichbar“. Weiter heißt es: „Die tatsächliche Nutzung eines Werbeträgers kann höher sein als ermittelte Werte, die durch eine Einwilligungs-Einholung beeinflusst sind. Auch die Verwendung der unterschiedlichen Messsysteme kann einen Einfluss auf die Nutzungsdaten haben.“

Nach vielen Monaten hatte Sport1 mit 87,49 Millionen Visits im Oktober wieder einmal den zweiten Platz des Rankings erreicht. Doch trotz einer Steigerung auf 90,60 Millionen langte es nun lediglich zu Rang drei. Den eigenen Rekord hatten die Münchener mit 93,12 Millionen Visits im Juni 2021 aufgestellt.

Auf den zweiten Platz kletterte wieder Transfermarkt. Laut IVW schaffte die Website im November 95,24 Millionen Visits und liegt klar über dem Oktober-Ertrag (86,82 Millionen). Den eigenen Rekord erreichte das Fußballportal im August 2021 mit 158,39 Millionen Visits.

Die Transfermarkt-Werte müssen mit einer gewissen Vorsicht betrachtet werden. In der Regel erfolgten in der Vergangenheit gut zwei Drittel der Aufrufe aus dem Ausland. Diese konnten laut IVW zu einem großen Teil nicht überprüft werden. Jetzt entfällt wegen der Umstellung der Zählweise die Differenzierung zwischen in- und ausländischer Nutzung.

Transfermarkt ist immer dann bei den User*innen besonders beliebt, wenn viel über mögliche Wechsel debattiert wird. Allerdings hat sich die Site inzwischen einen festen Publikumskreis erarbeitet, die Schwankungen fallen deshalb nicht mehr so deutlich aus (Logo: Transfermarkt).

Das viertplatzierte SPOX erreichte im November 29,47 Millionen Visits. Im Monat zuvor waren es 27,36 Millionen. Der Website-Rekord mit 38,62 Millionen Visits stammt aus dem Juli 2022. Es handelt sich bei SPOX jedoch um ein sogenanntes „Multi-Angebot“. Dieses setzt sich laut IVW aus mehreren unterschiedlichen Domains zusammen, die gemeinsam gezählt werden.

sport.de kommt im November auf 21,12 Millionen Visits und gewann verglichen mit dem Vormonat stark hinzu. Damals waren es 15,07 Millionen. Die Site wird inzwischen eigenständig ausgewiesen und konnte bislang stets zweistellige Millionenwerte erreichen.

ran.de erreichte mit 20,63 Millionen Visits knapp weniger als sport.de. Wie SPOX ist es ein „Multi-Angebot“. ran selbst ist für 60,42 Prozent der Visits der Website (17,56 Millionen) verantwortlich, das entspricht 10,60 Milionen. Dazu kommen noch 3,07 Millionen von der ran-App, macht insgesamt 13,67 Millionen.

skysport.de kam im November auf 6,38 Millionen Visits und büßte ein verglichen mit dem Vormonat (7,20 Millionen). GOAL schaffte 4,80 Millionen und konnte sich über einen Gewinn freuen, im Oktober waren es 4,55 Millionen (Logo: Sky).

Alle Zahlen des November 2022 und der vorherigen Monate finden Sie auf der Website der IVW. Diese ist eine staatlich unabhängige, nicht kommerzielle und neutrale Prüfinstitution für den deutschen Werbeträgermarkt.
 
Die Tätigkeit der IVW steht unter der gemeinsamen Aufsicht der Medienanbieter und Werbungtreibenden sowie Media- und Werbeagenturen, die als Verkäufer, Mittler und Käufer von Werbeträgerleistungen am Markt aufeinandertreffen.
 
Clemens Gerlach