Die vier Athleti:nnen, die von Deutscher Sporthilfe, Deutschem Olympischen Sportbund und Verband Deutscher Sportjournalisten als den drei Trägern der „Hall of Fame des deutschen Sports“ der Jury vorgeschlagen wurden, stehen damit ab sofort in einer Reihe von insgesamt jetzt 142 herausragenden Sportpersönlichkeiten, die durch ihren Erfolg im Wettkampf oder durch ihren Einsatz für Sport und Gesellschaft Geschichte geschrieben haben. Die offizielle Aufnahmefeier ist am Donnerstag, dem 26. November, in Frankfurt am Main.
Laura Dahlmeier ist mit zwei Olympiasiegen, sieben Weltmeistertiteln und dem Gewinn des Gesamtweltcups eine der prägenden Biathletinnen ihrer Generation. Mit ihren Erfolgen gehörte sie in den 2010er-Jahren zur Weltspitze und schrieb bei den Olympischen Winterspielen 2018 Biathlon-Geschichte. Nach dem Ende ihrer Karriere arbeitete sie als TV-Expertin, widmete sich ihrer Leidenschaft für die Berge, engagierte sich für Natur- und Umweltschutz und wurde auch abseits des Biathlonsports zu einer inspirierenden Persönlichkeit. Ihr früher Tod 2025 nach einem Bergunfall in Pakistan löste weit über den Sport hinaus große Bestürzung und Anteilnahme aus. „Wenn ich an Laura denke, denke ich vor allem an einen Menschen, der immer seinen eigenen Weg gegangen ist und sich trotz allem immer treu geblieben ist. Ich durfte sie lange Zeit als Zimmerkollegin, Konkurrentin, aber vor allem als Freundin begleiten“, erinnert sich Biathlon-Weltmeisterin Maren Hammerschmidt (Dahlmeier-Foto: GES-Sportfoto/Marvin Ibo Güngör).
Mit Olympiagold sowie Welt- und Europameistertiteln ist Fabian Hambüchen einer der erfolgreichsten deutschen Turner der Geschichte. Von 2004 bis 2016 gehörte er zur internationalen Spitze, wurde zum Gesicht seiner Sportart und machte das Kunstturnen in Deutschland einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Mit seiner Konstanz über mehr als ein Jahrzehnt sowie seiner Begeisterungsfähigkeit prägte er eine ganze Turngeneration. Nach seiner aktiven Laufbahn bringt er seine Erfahrungen als TV-Experte, Autor und Botschafter des Sports ein und engagiert sich für die Förderung des Nachwuchs- und Spitzensports. „Wenn ein Sportler bei drei aufeinanderfolgenden Olympischen Spielen in der schönen Reihenfolge Bronze, Silber und Gold für Deutschland und natürlich auch für sich gewinnt, dann ist die Tür zur ‚Hall of Fame’ weit offen. Ich gratuliere Fabian und freue mich, dass er aufgenommen wird“, sagt TV-Moderator Johannes B. Kerner (Hambüchen-Foto: GES-Sportfoto/Markus Gilliar/Pool).
Felix Neureuther ist mit fünf WM-Medaillen einer der erfolgreichsten deutschen Skirennläufer der Geschichte. Als Gesicht des deutschen alpinen Skisports gehörte er über mehr als anderthalb Jahrzehnte zur Weltspitze und begeisterte durch seine Nahbarkeit und Authentizität weit über den Sport hinaus. Nach seiner aktiven Karriere engagiert er sich als Stiftungsgründer für die Förderung von Bewegung und Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen sowie für Natur- und Umweltschutz. Neureuther wurde 2025 mit dem „Goldenen Band“ des VDS ausgezeichnet. „Die ‚Hall of Fame des deutschen Sports’ – was für eine wunderbare Institution! Heute geht’s dabei um den Felix, und da muss ich die Rosi dazuholen. Denn es geht uns allen in der Familie darum, was für ein Erbe man mit so einer Aufnahme auch hinterlassen kann. Es geht darum, die Werte des Sports in die nächsten Generationen zu treiben“, sagt Vater Christian Neureuther, der wie wie die verstorbene Ehefrau Rosi Mittermaier-Neureuther Hall-Mitglied ist (Neureuther-Foto: Martin Hangen für VDS).
Mit zwei Olympiasiegen, drei Welt- und sieben Europameistertiteln sowie mehreren Weltrekorden ist Britta Steffen ist eine der erfolgreichsten Schwimmerinnen der deutschen Sportgeschichte. Als dominierende deutsche Freistilschwimmerin der späten 2000er-Jahre führte sie das deutsche Schwimmen zurück in die Weltspitze und wurde zum Vorbild für eine ganze Generation. Heute engagiert sie sich für Bildung, Nachhaltigkeit und Gesundheitsförderung und setzt sich dafür ein, die Werte und Erfahrungen des Spitzensports in Gesellschaft und Beruf weiterzugeben. So gründete sie 2015 mit zwei Partnerinnen die Gesundheits-Coaching-Firma GOLT. „Liebe Britta, aus meiner Sicht bist du ein Wahnsinns-Vorbild für den Nachwuchs. Du bist nebenher noch eine top ausgebildete Akademikerin und eine Frau, die weiß, was sie will. Es ist mir eine wahnsinnige Freude und eine Ehre, dich willkommen zu heißen in der ‚Hall of Fame des deutschen Sports’“, sagt Fecht-Olympiasiegerin und Hall-Mitglied Britta Heidemann (Steffen-Foto: GES-Sportfoto/Markus Gilliar).
Initiiert wurde die „Hall of Fame des deutschen Sports“ 2006 von der Stiftung Deutsche Sporthilfe. Weitere Träger und ebenfalls vorschlagsberechtigt sind Deutscher Olympischer Sportbund und Verband Deutscher Sportjournalisten. Die Wahl erfolgt jährlich durch die Jury. Diese setzt sich zusammen aus allen lebenden Hall-Mitgliedern sowie Vertreteri:nnen der Sporthilfe, des DOSB, des VDS, der Politik und Persönlichkeiten weiterer Institutionen des Sports. Auf der Website der virtuellen Ruhmeshalle finden Sie ausführliche Informationen. Bitte klicken Sie dazu hier.
vds/dsh