Ziel der NADA-Kampagne „Dein Sport. Deine Entscheidung.“ ist es, insbesondere junge Athlet:innen für die langfristigen Folgen von Doping zu sensibilisieren und den Wert eines sauberen Sports zu stärken. Hintergrund sind aktuelle Entwicklungen im internationalen Sport, in denen leistungssteigernde Substanzen verharmlost werden. Formate wie die geplanten „Enhanced Games“, bei denen der Einsatz solcher Substanzen erlaubt sein soll, werfen wichtige Fragen im Hinblick auf Gesundheit, Fairness und die Werte des Sports auf.
Die Kampagne greift diese Diskussionen auf und ordnet sie ein. Sie stellt die Perspektiven von Athlet:innen in den Mittelpunkt und macht deutlich, dass sportliche Leistung immer auch mit Verantwortung und bewussten Entscheidungen verbunden ist. Im Zentrum der Kampagne steht ein Gesprächsformat, in dem ehemalige Doping-Betroffene aus der DDR mit aktiven und ehemaligen Athlet:innen in Dialog treten.
Zu den Protagonisten zählen auch Andreas Krieger und Thomas Götze, die eindrücklich über die langfristigen gesundheitlichen und persönlichen Folgen des staatlich organisierten Dopings in der DDR berichten. Ergänzt werden diese Perspektiven durch die ehemalige Säbelfechterin Léa Krüger und den Schwimmer Josha Salchow, die ihre Sicht auf den heutigen Leistungssport und die damit verbundenen Entscheidungsräume einbringen. Die insgesamt fünf Gespräche sind im YouTube-Kanal der NADA zu finden. Bitte klicken Sie dazu hier.
„Sicheres Doping gibt es nicht. Wir bekamen unterstützende Mittel vom Trainer und wurden damals medizinisch betreut. Und trotzdem bin ich krank geworden. Doping hat mein Leben nachhaltig verändert. Medikamente sollten dazu dienen Krankheiten zu heilen – nicht dazu missbraucht werden, um den Körper über seine Grenzen hinaus zu manipulieren. Für kein Geld der Welt bekomme ich meine Gesundheit zurück“, sagt Andreas Krieger, ehemalige Kugelstoßerin und Europameisterin von 1986. Er ist einer der wenigen frühere Spitzensportler der DDR, der öffentlich über die Dopingpraxis in der DDR spricht.
„Wer sich einmal in der Öffentlichkeit für Doping positioniert hat, hat im sauberen Sport nichts mehr zu suchen. Verbände und der internationale Sport tragen die Verantwortung, Athletinnen und Athleten sowie den sauberen Sport zu schützen. Dazu gehört auch, finanzielle Anreize zur Normalisierung von Doping nicht zuzulassen und zu verhindern, dass Athletinnen und Athleten zu Objekten und damit zu Laborratten gemacht werden“, ergänzt Léa Krüger, ehemalige Säbelfechterin, stellvertretende NADA-Aufsichtsratsvorsitzende und Vizepräsidentin von Athleten Deutschland e.V.
Schwimmer Josha Salchow über geplante „Enhanced Games“: „Diese Bewegung ist eine Schande für den Sport“
Die deutsch-deutsche Geschichte zeigt eindrücklich, wie gravierend die gesundheitlichen Folgen von Doping sein können. Vor diesem Hintergrund stehen die „Enhanced Games“ im klaren Widerspruch zu den zentralen Werten des Sports wie Gesundheit, Fairness und Integrität. „Wir befinden uns an einem Punkt, der für die Zukunft des Sports, wie wir ihn kennen, entscheidend ist. Im Kontext mit unserer Geschichte und Vorstellung von Sport und auch der Verantwortung, die wir Athletinnen und Athleten als Vorbilder einnehmen möchten, ist diese Bewegung eine Schande für den Sport“, stellt Josha Salchow klar. Der Schwimmer ist mehrfacher Deutsche Meister und Rekordhalter über 50 und 100 Meter Freistil.
„Wir hatten damals keine Wahl und wurden ohne unser Wissen gedopt. Die Folgen sind bis heute spürbar. Umso wichtiger ist es, dass Athletinnen und Athleten heute die Möglichkeiten, die sie haben, bewusst nutzen und sich für einen sauberen Sport entscheiden“, sagt Thomas Götze. Der ehemalige DDR-Hammerwerfer setzt sich für die Aufarbeitung des DDR-Sportsystems ein. „Doping wird vom Körper nicht vergessen“, warnt er. Auf der NADA-Website finden Sie hier weitere Informationen zur Kampagne „Dein Sport. Deine Entscheidung.“
vds/nada