Zum Tode von Evi Simeoni

„Scharfer Blick für die Schwächen der Starken“

30.07.2026

Der Verband Deutscher Sportjournalisten trauert um sein Mitglied Evi Simeoni. Die FAZ-Reporterin war eine über alle Maßen integre und der Wahrhaftigkeit verpflichetete Kollegin. Sie wurde 68 Jahre alt.

 

„Von 1981 an, über mehr als vierzig Jahre, reiste sie als Redakteurin, Reporterin und Stellvertretende Ressortleiterin durch die Welt des Sports, stets mit dem Kopf voran. Sosehr ihr Herz auch pochend schlug für die Leistungen der Menschen, so sehr zog es sich zusammen, wenn Evi Simeoni nur den Hauch der Manipulation spürte“, würdigte FAZ-Sportchef Anno Hecker in seinem mit „Scharfer Blick für die Schwächen der Starken“ betitelten Nachruf die Verstorbene, die bis Sommer 2022 festangestellt für die Zeitung gearbeitet hatte.

„Weitere Stücke von oni. als freie Mitarbeiterin’ waren besprochen. Aber dann verlor sie in einer wochenlangen Leidenszeit plötzlich alle Kraft. In der vergangenen Woche ist Evi Simeoni im Alter von 68 Jahren gestorben“, schrieb Hecker. Die gebürtige Stuttgarterin, die Mitglied des Frankfurter VDS-Regionalvereins war, wurde für ihre Arbeit vielfach ausgezeichnet. Simeoni erhielt unter anderem den Theodor-Wolff-Preis, den Fair-Play-Preis im Sportjournalismus und das Silberne Pferd. „Sportjournalistin des Jahres“ wurde sie gleich zweimal (Logo: Verein Frankfurter Sportpresse).

„Mit Evi Simeoni verliert der Pferdesport eine herausragende Journalistin und einen außergewöhnlichen Menschen“, sagte Dr. Dennis Peiler, Vorstandsvorsitzender von Pferdesport Deutschland. „Ich war immer ein großer Bewunderer ihrer Arbeit. Ihre Texte waren feinsinnig, hervorragend recherchiert und geprägt von großer Sachkenntnis. Sie hat kritisch hinterfragt und Missstände benannt, ohne jemals persönlich zu werden. Diese Haltung machte sie zu einer Ausnahmeerscheinung im Sportjournalismus.“

Auch IOC- und DOSB-Ehrenpräsident Thomas Bach stellte Simeonis Integrität heraus. „Sie war eine der ganz Großen im deutschen Sportjournalismus. Sie hat sich den Themen einfühlsam zugewandt und ihren Gesprächspartnern aufgeschlossen zugehört, um sich dann ihre eigene Meinung zu bilden. Man konnte spüren, wie ihre manche Themen auch selbst nahe gegangen sind und sie emotional aufgewühlt haben. Ihre große sprachliche Ausdruckskraft hat ihren journalistischen und literarischen Werken Nachdruck und Tiefe verliehen. Ich werde Evi Simeoni vermissen.”

Text: vds / Foto: Helmut Fricke (wir danken dafür, das Porträtbild nutzen zu dürfen)