Präsenz der Ligen von Montag bis Sonntag erforderlich

SNM-Macher Christian Seifert

12.07.2022 Gemeinsam mit Axel Springer SE will der frühere DFL-Geschäftsführer Christian Seifert das Sportbusiness aufmischen. Die bislang noch namenlose Plattform seiner Firma S Nation Media soll mehr bieten als Livestreaming. Ziel ist es, den Ligen 24/7 Aufmerksamkeit zu verschaffen.
 
In einem Interview mit dem Branchendienst SPONSORS (€ oder Registrierung; die Red.) gab Christian Seifert Details zum Projekt bekannt, das er mit seinem Unternehmen S Nation Media umsetzen will. Geplant ist der Start der Plattform im dritten Quartal 2023 (Abbildung: Axel Springer SE).

„Künftig wird sehr entscheidend sein, wie intensiv und kreativ eine Liga auf allen relevanten medialen Kanälen bei ihren Zielgruppen von Montag bis Sonntag präsent ist“, sagt Seifert, „wir bieten über die Live-Slots hinaus ein umfassendes Redaktions- und Vermarktungskonzept.“

In Tischtennis, Volleyball, Basketball und Handball werden vier der fünf großen Sportarten jenseits des alles dominierenden Fußballs auf der Plattform zu sehen sein, die bislang noch keinen Namen hat. Lediglich DEL-Eishockey fehlt (Abbildung: Axel Springer SE).

„Wir sind angetreten mit einer komplett neuen Sichtweise auf die Ligen. Dabei geht es vor allem um die Art und Weise, wie diese Ligen künftig mit ihren Fans und der Öffentlichkeit kommunizieren sollten, um im Wettbewerb um Aufmerksamkeit nicht nur konkurrenzfähig zu bleiben, sondern auch weiter wachsen zu können“, betont Seifert im SPONSORS-Interview.

„Reichweite und Visibilität ihrer Liga unter der Woche maximieren“

Dabei dienen der US-Sport und die großen europäischen Fußballligen durchaus als Orientierung. Es sei ja offensichtlich, dass diese Player „seit Jahren darauf aus sind, abseits ihrer Live-Rechte, die Reichweite und Visibilität ihrer Liga unter der Woche zu maximieren“, so Seifert.

Er sei sicher, dass die Nachfrage nach dem Produkt nicht primär am Wochenende entsteht. „Unser Konzept geht deshalb weit über einen reinen Medienvertrag hinaus, wo man 306 Live-Spiele verkauft. Wir wollen mit unseren Partnern ein neues Niveau der Präsenz und Wahrnehmung erreichen“, kündigt Seifert an (Foto Szene aus BBL-Spiel: sampics Photographie/augenklick).

Bei Basketball & Co. sieht er ein großes Potenzial, auch in puncto Vermarktung. „Tatsache ist, dass außerhalb der Kernzielgruppe die Sportarten abseits des Fußballs bisher nicht wirklich präsent sind“, stellt Seifert fest. „Ich bin überzeugt, dass ein Medienpartner bereit sein muss, viel stärker in Content und Berichterstattung zu investieren.“

Um dem Ziel einer möglichst großen und auch für Sponsoren attraktiven Präsenz nahe zu kommen, setzt Seifert auf Kooperationen. „Neben den strategischen Reichweitenpartnern – ARD und BILD – werden auch Fachmedien, regionale Medien oder Fanclubs in der Lage sein, im Rahmen bestimmter Regularien auf unseren Content zuzugreifen. Das sorgt für Breite und Tiefe.“

cleg