Für ihr Buch „Klassismus im Journalismus – Wie soziale Herkunft journalistische Karrierewege prägt“ haben Tanja Köhler und Julia Lönnendonker die soziale Herkunft von Nachwuchsjournalist:innen in Deutschland untersucht. Grundlage der Studie, die durch die gemeinnützige Otto Brenner Stiftung der Gewerkschaft IG Metall gefördert wurde, ist eine Befragung von 250 Volontär:innen und Journalistenschüler:innen.
Die Ergebnisse zeigen, dass der Zugang zum Journalismus sozial selektiv ist: Personen aus akademischen Elternhäusern sind deutlich überrepräsentiert, während wichtige Startressourcen wie Praktika, freie Mitarbeit, journalistische Netzwerke und familiäre finanzielle Unterstützung ungleich verteilt sind (Buchcover-Abbildung: Herbert von Halem Verlag).
Die Studie belegt außerdem, dass soziale Herkunft nicht nur den Zugang zum Beruf beeinflusst, sondern auch mit unterschiedlichen journalistischen Rollenverständnissen verbunden ist. Nachwuchsjournalist:innen aus akademischen Elternhäusern betonen stärker die kritisch-kontrollierende Funktion des Journalismus als „Vierte Gewalt“. Befragte aus nicht-akademischen Herkunftsgruppen legen dagegen größeren Wert auf die gesellschaftlich integrative und repräsentative Funktion des Journalismus.
Prof. Dr. Tanja Köhler lehrt als Professorin für Digitalen Journalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und Co-Direktorin des Instituts für Medienentwicklung und -analyse (IMEA). Im Referat Forschungsförderung der TU Dortmund ist Dr. Julia Lönnendonker ist Förderberaterin. Vorher hat sie an der Deutschen Welle Akademie, der Vrije Universiteit Brussel und am Institut für Journalistik der TU Dortmund Kommunikationswissenschaften mit Fokus auf Journalistik gelehrt und dazu geforscht.
vds/hvhv
Tanja Köhler / Julia Lönnendonker
„Klassismus im Journalismus – Wie soziale Herkunft journalistische Karrierewege prägt“
144 Seiten, Broschur, Herbert von Halem Verlag, Köln 2026
ISBN (Print): 978-3-86962-758-8 / ISBN (PDF): 978-3-86962-760-1
Buch: 28,00 Euro / PDF: kostenlos (hier Download)