Verein Münchner Sportjournalisten (VMS)

Conny Konzack wird 65 – Der Mann, der niemals lästert

Es ist eine der Hauptsportarten von Sportjournalisten: über diesen oder jenen Kollegen zu lästern. Und betrieben wird dieser Sport von garantiert allen der Branche. Wirklich allen? Nein. Einer leistet Widerstand: Conny Konzack. Am 27. Dezember wird er 65 Jahre alt.

Von Jupp Suttner

Er ist wirklich der einzige des Metiers, von dem der Autor dieser Zeilen noch nie (wirklich NIE!) ein einziges negatives Wort über einen anderen Reporter vernommen hat. Im Gegenteil: Trifft man Conny Konzack, dann fragt er meist als erstes, ob man denn diese doch wirklich phantastisch geschriebene Story von XY gelesen habe. Er kann einfach nicht anders – Conny Konzack ist geradezu geprägt von überflutender Begeisterungsfähigkeit. Die keinen Millimeter Raum lässt für negative Neidtuscheleien.

Conny Konzack ist ein alter bayerischer Schwede (mütterlicherseits sind Skandinavier im Stammbaum verzeichnet), der erst einmal unter seinem vollen Namen Detlef Rudolf Heinrich litt, ehe er vor 40 Jahren auch im Reisepass zu einem Conny mutierte. Manche nennen ihn auch „Weißer Hai“ – weil er in Statur und Blondhaar dem australischen Golfstar Greg „The Shark“ Norman so ähnelt. Die beiden wurden deshalb sogar mal als „Zwillinge“ in einer Melbourner Tageszeitung auf Seite 1 abgelichtet.

Überhaupt Australien: Acht Mal hielt er sich während seiner Reporterreisen auf dem fünften Kontinent auf – beispielsweise mit dem Tenniszirkus, den er zu Becker-Steffi-Stich-Zeiten jahrelang rund um den Globus begleitete und über den er als Freelancer für Printmedien, TV-Sender und Rundfunkstationen berichtete. Er lebte damals in der Upper West Side von Manhattan als Nachbar von John McEnroe und Dustin Hoffman („Der Marathonmann“), mit dem er bisweilen im New Yorker Central Park joggte.

Jüngster Englischlehrer Bayerns, aber schnell wieder raus aus dem Schulwesen

Begonnen hatte Konzacks Journalistenleben während seiner Studienzeit (Lehramt) als freier Schreiber für den Sport der Süddeutschen Zeitung. Mit 24,5 Jahren avancierte er zu Bayerns jüngstem Englischlehrer, sagte 1984 dem Beamtenwesen adieu und gehörte nun zur Münchner Abendzeitung, ehe besagte Freelancer-Jahre mit Tennis-, Ski- und Formel-1-Berichterstattung folgten. 1988 wurde er Ressortleiter Sport und Reise bei Bunte und seit zehn Jahren ist er Chefredakteur des Top Magazin München, dessen Verlegerin seine Frau Fedra ist.

Sportlich war er einst Handballer beim TSV Milbertshofen und ist er heute Handicap-16-Golfer auf allen Plätzen dieser Welt. Außerdem errang er 1970 eines kalifornischen Mannschaftsmeisters im Frisbee – das war zu jener Zeit, da er in Hippie-Manier in einer Orangenfarm-Kommune lebte und als Tourist Guide in der Whale-Watching-Szene arbeitete. Überhaupt in die USA gekommen war er, „weil ich nicht schießen wollte, deshalb beim Militär desertierte und mich quasi auf der Flucht in eine kalifornische Anhalterin verliebte“.
 
Man könnte ein ganzes Buch über Conny Konzacks Leben schreiben (er selbst schrieb welche über Steffi Graf und Golf) – das nach dem 27. Dezember garantiert so heftig arbeitend weiter geht, wie man es vom Workaholic CK gewöhnt ist. An jenem Tag feiert er seinen 65. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch, weißer Hai. Es gratulieren deine Kollegen vom Verein Münchner Sportjournalisten (VMS).

03.12.2015






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