Verband Westdeutscher Sportjournalisten
VWS-Mitglieder und Zirkuskünstler (Foto: Sebastian Sendlak/wave inc)

VWS-Kulturereignis war laut, schrill und waghalsig

Der Zirkus Flic Flac feierte seinen 30. Geburtstag, die Mitglieder des Verbands Westdeutscher Sportjournalisten feierten mit. Die Show war atemberaubend.

Von Andreas Dach

Die ersten Reaktionen nach dem Ende der Show sprachen für sich. „Sensationell“, entfuhr es Ulrich Mittag spontan. „Eine sehr schöne Mischung“, sagte Hartmut Glittenberg mit Glanz in den Augen. „Ich wünschte, ich könnte auch so etwas“, gab Ulrich Grubbe zu. „Eine Nummer war besser als die andere“, hieß es aus dem Mund von Sebastian Hellmann.

Vier Journalisten, vier Mitglieder des Verbands Westdeutscher Sportjournalisten, vier identische Meinungen. Ja, es war ein wunderbarer Abend am Düsseldorfer Rheinufer. Das VWS-Kulturereignis des Jahres hatten knapp 50 Mitglieder des Verbandes diesmal im Zirkus verbracht (Foto: Sebastian Sendlak/wave inc).

Nicht so, wie man sich normalerweise die Stunden unter einer Zeltkuppel vorstellt. Flic Flac ist seit der Gründung vor genau 30 Jahren ein Zirkus, der ohne Tiere auskommt: Es gibt keine Elefanten und keine Pferde – stattdessen Artistik und Comedy vom Allerfeinsten.

Zum runden Geburtstag präsentierte Flic Flac ein Programm, welches die mehr als 1000 Besucher ganz am Ende sogar von den Stühlen riss. Darunter auch die VWS-Mitglieder, die sich schon anderthalb Stunden vor Veranstaltungsbeginn in einem abgetrennten Bereich zu einem leckeren Snack und ein paar flüssigen Erfrischungen versammelt hatten. Es blieb genügend Zeit für nette Gespräche, ehe alle mit auf eine mehr als zweistündige punkige Reise genommen wurden.

Ein Höhepunkt jagte den nächsten

Der Veranstalter wurde dem bewusst gewählten Namen „Punxxx“ über die komplette Dauer gerecht. Die Kostüme waren punkig, die Musik auch. Laut, schrill und waghalsig ging es in der Landeshauptstadt zu, wo es den Besuchern nicht eine Sekunde langweilig wurde. Ein Höhepunkt jagte den nächsten. Zwei Motorräder flogen durch die Lüfte, die Biker setzten wenige Sekunden später traumwandlerisch sicher auf der Rampe auf. Woanders wäre ihr Manöver in irrer Höhe der Schlussakkord der Show gewesen. Bei Flic Flac war es gerade mal der Startschuss.

Da war der Comedian David Eriksson aus Schweden, dem sofort alle Herzen entgegenflogen. Oder Magier Coperlin, der für die Lacher des Abends sorgte. „Haben Sie Spaß?“, fragte er einen Zuschauer. „Dann erzählen Sie es doch Ihrem Gesicht.“ Herrliche Momente waren es. Fröhlich und unbeschwert. Und der ideale Kontrast zu artistischen Darbietungen, die Johannes Krause als „teilweise nervenzerfetzend“ erlebt hatte (Foto: Sebastian Sendlak/wave inc).

Der 2. Vorsitzende des VWS hatte den Abend wieder mit viel Akribie organisiert und dabei Unterstützung von Geschäftsführer Klaus Göntzsche und dessen Ehefrau Ellen erhalten, die extra früh nach Düsseldorf gereist waren, um die Tickets an die Mitglieder zu verteilen. „Ich danke allen sehr herzlich für die großartige Unterstützung“, sagte der Vorsitzende Sebastian Hellmann in seiner Begrüßungsrede.

Die Unterstützung hatte sich gelohnt. Man denke nur an Olhas katzenhafte Bewegungen beim Poledance. Oder an Alex Michaels Trapeznummer. Vielleicht auch an die chinesischen Artisten, die so gekonnt durch rotierende Reifen sprangen, als handele es sich um eine lockere Aufwärmübung. Jeder der Besucher hatte seine speziellen Lieblinge, seine Favoriten. Für viele waren es die sieben Biker und die eine Bikerin, die mit ihren knatternden Maschinen in einem Affenzahn durch eine Stahlkugel rotierten. Dabei wurde einem schon beim Hinschauen schwindelig. Wahnsinn.

Flic Flac hat seinen 30. Geburtstag gefeiert, und der Verband Westdeutscher Sportjournalisten gehörte zu den Gästen. Bei einer, wie es Johannes Krause ausdrückte, „außergewöhnlichen und zeitgemäßen Kunstform des Zirkus“. Damit ist alles gesagt.

Auf der Facebook-Seite des Verbands Westdeutscher Sportjournalisten können Sie weitere Fotos der Veranstaltung sehen.

26.04.2019






« zurück
Magazin sportjournalist
Die aktuelle Ausgabe:
August/September 2020

Titelthema

Corona – und jetzt? Über die Auswirkungen der Krise auf die Arbeit von Sportjournalisten
Von Gregor Derichs

Studie
#MeToo in deutschen Sportredaktionen: Ergebnisse einer Umfrage der TU München
Von Prof. Dr. Michael Schaffrath

Medien
In der Zange: Ein kritischer Blick auf die zunehmende Anzahl von Sportdokumentationen
Von Thorsten Poppe

Weitere Informationen
Regionalvereine