„Goldenes Band” des VdSBB für Tugba Tekkal
Mittendrin: Preisträgerin Tugba Tekkal im roten Trikot und Laudatorin Anne Will (Foto: C. Knieps/Háwar.help)

„Chancen und Freiheiten weitergeben“

Mit ihrem Projekt „Scoring Girls“ nutzt sie Fußball als Mittel, um Geflüchteten, Migranti*nnen und unterprivilegierten Jugendlichen Kraft zu geben. Der Verband der Sportjournalisten Berlin-Brandenburg verlieh deshalb am Dienstagabend an Tugba Tekkal vom gemeinnützigen Verein Háwar.help das diesjährige „Goldene Band“.

Seit 1927 vergibt der Verband der Sportjournalisten Berlin-Brandenburg „Das Goldene Band“. Es ist eine Auszeichnung für Persönlichkeiten aus dem Sport, die sich für Menschen einsetzen – mit den Mitteln, die ihnen der Sport gibt. Am Dienstagabend wurde Tugba Tekkal geehrt. Sie ist Gründungsmitglied von Háwar.help und hat das Fußball-Integrationsprojekt „Scoring Girls“ für Mädchen zwischen acht und 18 Jahren ins Leben gerufen. Die Laudatio hält die Journalistin Anne Will.

„Tugba Tekkal erfüllt in wunderbarer Weise die Voraussetzungen für das Goldene Band“, sagt Hanns Ostermann, Vorsitzender der Jury und des Verbandes der Sportjournalisten Berlin-Brandenburg.

„Sie unterstützt Mädchen, die es immer noch schwerer haben als Jungs“, betont Ostermann, „und sie kümmert sich um eine Klientel, um Zugewanderte, die in die Gesellschaft integriert werden möchte und sollte.“

Tekkal ist kurdisch-jesidischer Abstammung und in Hannover geboren. Anfangs, sagt sie, war es für sie nicht leicht, Fußball zu spielen. Mit Schrammen nach Hause zu kommen, habe sich nach Ansicht ihrer Eltern für ein Mädchen nicht gehört. Dennoch wurde Tekkal später Profispielerin beim Hamburger SV und dem 1. FC Köln (Tekkal-Foto: Háwar.help).

„Meine Fußballschuhe waren damals mein Tor zur Freiheit“
 
„Scoring Girls“ nutzt Fußball als Mittel, um Geflüchteten, Migrantinnen und unterprivilegierten Jugendlichen Kraft zu geben. Im Zentrum stehen der gemeinsame Sport und das Ausbrechen aus dem Alltag sowie Teamgeist, Gemeinschaftssinn und die Rolle der Frau in unserer Gesellschaft.
 
„Meine Fußballschuhe waren damals mein Tor zur Freiheit“, sagt die 34 Jahre alte Tekkal, „diese Chancen und Freiheiten, die ich mir teilweise hart erkämpfen musste, die aber in unserer Gesellschaft auch möglich waren, möchte ich nun weitergeben.“
 
vdsbb/vds

12.11.2019






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