Verein Niedersächsische Sportpresse (VNS)
Herbert Rösner: 4. Dezember 1927 bis 15. November 2020 (Foto: privat)

Nachruf auf Herbert Rösner – Geselliger und humorvoller Kollege

Der Verein Niedersächsische Sportpresse hat seinen Nestor verloren. Herbert Rösner ist am 15. November in Immensen bei Lehrte gestorben. Er wurde 92 Jahre alt.

Von Hans-Joachim Zwingmann

Herbert Rösner trat 1954 in die Sportredaktion der Neuen Hannoverschen Presse in der Landeshauptstadt ein. Als ein „Mann der ersten Stunde“ übernahm er die Berichterstattung vom damaligen Deutschen Fußballmeister Hannover 96. Er sparte während seiner Redakteurszeit in seinen Berichten nicht mit konstruktivem Lob und harter Kritik, wenn es angebracht war.

1966 sorgte „Rö“ für ein bis heute in der hannoverschen Zeitungswelt einmaliges Ereignis und die Entlassung des damaligen Trainers Horst Buhtz. Nach einem 1:3 der 96er bei Borussia Neunkirchen verzichte Herbert Rösner nach der Rückkehr aus dem Saarland auf einen Spielbericht in der HP (Logo: Verein Niedersächsische Sportpresse).

Der Leser bekam einen weißen Kasten mit dem Vermerk: „Hier sollte eigentlich die Analyse über das Spiel stehen. Wegen der schwachen Leistung der Mannschaft von Hannover 96 verzichten wir darauf.“ Am Tag danach war der Coach Buhtz Geschichte.

1972 wechselte er in den Madsack-Verlag. Herbert Rösner, geboren am 4. Dezember 1927, übernahm die Sportredaktion der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ). Bis zu seinem dortigen Ausscheiden nach fast drei Jahrzehnten widmete sich Herbert Rösner, der vom früheren 96-Trainer Helmut Kronsbein wegen seines Charismas als „Mende der Sportjournalisten“ bezeichnet wurde, insbesondere dem Fußball, der Leichtathletik und der Sportpolitik in der Region Hannover.

Bei Sportfesten, Tennis- und Kegelturnieren des Verbandes Deutscher Sportjournalisten (VDS) war der mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnete Herbert Rösner nicht nur ein geselliger Teilnehmer mit humorvollen Sprüchen, sondern auch ein Medaillensammler für den VNS. Der Vorstand und die Mitglieder des Vereins werden ihn vermissen und ihm ein ehrendes Gedenken bewahren.

17.11.2020






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