Verband Westdeutscher Sportjournalisten
Szene aus einem Boxtraining (Foto: GES-Sportfoto/Helge Prang/augenklick)

Zum Tode von Wolf-Dietmar Römer – Boxfan mit Ecken und Kanten

Geradlinig war er. Und hilfsbereit. Wolf-Dietmar Römer arbeitete im Betriebsrat und setzte sich für Kollegen ein. Nun ist das Mitglied des Verbandes Westdeutscher Sportjournalisten im Alter von 81 Jahren verstorben.

Von Friedhelm Körner

An einem Mittag meldete sich Wolf per Handy. Es war ein ungewöhnlicher Zeitpunkt für einen Anruf von ihm. Am Tag darauf ziehe er um in ein Hospiz, sagte er. Es sollte für ihn die letzte Station nach vielen schweren Wochen sein. In der Nacht darauf ist er dann aber noch zu Hause am 25. März plötzlich gestorben.

Wolf-Dietmar Römer ist 81 Jahre alt geworden. Er war ein Sportredakteur bei der Rheinischen Post, der in vielen Disziplinen zu Hause war (Römer-Foto: privat).

Seine besondere sportliche Liebe galt dem Boxsport, dem er auch im Ruhestand verbunden blieb. Er schrieb über Tischtennis, Schwimmen, den Radsport, Fußball und Olympische Spiele.

Auch dem Thema Doping widmete er sich journalistisch mit großer Akribie. Er schrieb leidenschaftlich, weil er auch selbst mit großer Hingabe Sport betrieb: Leichtathletik, Tischtennis, Tennis und Fußball. Gerade auch der Mannschaftssport hat ihn geprägt.
 
Wolf war ein Mensch mit Ecken und Kanten, aber er war dabei geradlinig. Er diskutierte gern über wichtige Themen des Sports, und jeder wusste, mit wem er es bei ihm zu tun hatte und dass Wolf engagiert seine Meinung vertrat.

Mit ihm zu debattieren war oft bereichernd. Dabei war der am 22. Dezember 1940 Geborene ein Ratgeber insbesondere für jüngere Kollegen. Jahrelang arbeitete er im Betriebsrat und setzte sich für Kollegen ein (Logo: Verband Westdeutscher Sportjournalisten).
 
2013 starb seine Frau Inge, in Duisburg, wo beide jahrzehntelang zu Hause waren und sich sehr wohlgefühlt haben. Später wurde Hamburg mit seiner Lebensgefährtin Margot zu seiner neuen Heimat, doch zu wichtigen Terminen kehrte er immer wieder einmal für kurze Zeit an den Rhein zurück.

Insbesondere zu seinen Geburtstagen, um mit langjährigen Freunden in netter Runde auf ein neues Lebensjahr anzustoßen. Wegen Corona und der schweren Krankheit war dies in den letzten Jahren nicht mehr möglich. Seine alten Weggefährten werden ihn nun dort vermissen. Sehr vermissen.

07.04.2022






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