Österreichisches Web-Angebot laola1.tv – Teil III
Real-Stars Bale (l.) und Ronaldo: Zugpferde im Web-TV (Foto: firo/Augenklick)

„Vielseitig und knackig“

Das österreichische Portal laola1 ist mit Livestreams im Internet überaus erfolgreich. Die Mitarbeiter müssen sehr vielseitig sein – und werden vor allem hausintern ausgebildet.

Von Rolf Heßbrügge

Im ersten Teil des dreiteiligen laola1-Reports ging es um das große Interesse des Publikums an den spanischen Spitzenklubs FC Barcelona und Real Madrid, im zweiten Teil darum, welche deutschen Fußballvereine auf die Dienste des österreichischen Unternehmens bauen.

Laola1.tv will nicht nur für die User aus Deutschland weiter an Anziehungskraft gewinnen. „Wir sind immer interessiert an attraktiven Streamingrechten, auch wenn der Markt natürlich umkämpft ist“, sagt laola1.at-Chefredakteur Peter Rietzler, „erst recht, weil Araber, Chinesen und andere Big Player gern mitbieten. Da ist es für uns als kleines österreichisches Unternehmen natürlich schwer. Aber über unser Knowhow und die hervorragenden Referenzen als TV-Produzent bleiben wir so oder so im Geschäft.“

Das Premiumprodukt schlechthin, so Rietzler, sei natürlich hochklassiger Fußball (Kroos-Foto: firo/Augenklick). Aber nicht das einzige. Auch die Eishockeyspiele der DEL (durchschnittlich rund 47.000 Abrufe pro Übertragung) und der paneuropäischen, aus Russland finanzierten KHL locken die Fans vor Monitore und Displays.

„Der Anteil der Mobilphone-User steigt sowieso ständig“, sagt Rietzler, „auch im Bereich Mobile Devices und Apps haben wir die volle Knowhow-Palette. Zum Beispiel produzieren wir gerade einen 24-Stunden-Sportsender für den größten österreichischen Mobilfunk-Anbieter A1.“

Auch aus diesem Auftritt werden sich Synergien für laola1.tv ergeben. Und die österreichische Sportjournalistenszene freut sich über den Erfolg des Unternehmens. Laola1 mit seinen fast 300 festen und freien Mitarbeitern gehört zu den wenigen Medien, die regelmäßig neue Kräfte einstellen.

„Den klassischen Schreiber gibt es bei uns natürlich nicht mehr“, erklärt Rietzler, „zumal 3000-Zeichen-Texte online kaum mehr gefragt sind. Unsere Redakteure müssen vielseitig sein, knackig schreiben können, auch mal Flash-Interviews vor der Kamera machen und kurze Bewegtbildbeiträge kommentieren. Aber das ist ja auch bei vielen Printmedien schon Alltag.“

Rietzler bildet seine Kräfte am liebsten hausintern aus. „Wir casten jährlich aus etwa 80 jungen Bewerbern“, so der Chefredakteur, „etwa vier bis fünf pro Jahr schulen wir bei uns. Zwei oder drei dürfen dann darüber hinaus bleiben.“

12.03.2016






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