Bilanz des Schiedsrichterworkshops von VDS und DFB
Gespanntes Publikum beim Schiedsrichterseminar in Berlin (Foto: Wolfgang Weihs)

Jubiläumsveranstaltung macht Lust auf mehr

Der Videobeweis war ein zentrales Thema beim Workshop „Schiedsrichter schulen Sportjournalisten“ von VDS und DFB. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gingen hocherfreut nach Hause – und hoffen auf eine Fortsetzung über die Jubiläumsveranstaltung in Berlin hinaus.

Von Thomas Roth

Die gemeinsam vom Verband Deutscher Sportjournalisten und der Schiedsrichter-Kommission des Deutschen Fußball-Bundes organisierte Veranstaltung fand zum zehnten Mal in der VDS-Geschichte statt. Es gab im Presseraum von Hertha BSC also ein kleines Jubiläum zu feiern.

55 Sportjournalistinnen und Sportjournalisten aus den Medienbereichen Print, Online, Funk und Fernsehen kamen auch diesmal zusammen. Sie wollten sich von Lutz Michael Fröhlich, Chef der im Profibereich tätigen DFB-Unparteiischen, und Dr. Jochen Drees, seit Herbst 2018 für den Videobeweis zuständig, in die Geheimnisse des Regelwerks einweihen lassen (Foto Lutz Michael Fröhlich, links, und Dr. Jochen Drees: Wolfgang Weihs).

Dafür bekam jeder Teilnehmer je eine Rote und eine Gelbe Karte, mit der Vorgabe, sich bei den gezeigten Szenen zunächst einmal selbst auf eine persönliche Strafe festzulegen. Es sorgte bei den Beteiligten für Erstaunen, wie schwierig dies war und wie unterschiedlich die selbst gegebenen Bewertungen ausfielen. Im Extremfall zeigte rund die eine Hälfte der in die Luft gereckten Hände Rot, die andere Gelb.

„Austausch mit den Sportjournalisten für uns Schiedsrichter sehr wichtig“

Der Videobeweis war neben dem Handspiel ein zentrales Thema der Schulung, die schnell vom Frontal-Unterricht in eine angeregte Diskussion mit lebhaftem Frage- und Antwort-Spiel überging. Dies war auch das Ziel Fröhlichs, der schon zu Beginn betont hatte: „Der Austausch mit den Sportjournalisten ist für uns Schiedsrichter sehr wichtig. Deswegen möchte ich die Veranstaltung auch nicht als Schulung, sondern als Workshop bezeichnen.“

Es dauerte wegen der regen Beteiligung exakt zwei Stunden und zehn Minuten, bis die ersten beiden Punkte abgearbeitet waren. Danach wurden noch die Schwerpunkte „Notbremsen“ und „Persönliche Strafen für Foulspiele“ anhand bewegter Bilder erläutert. Über drei Stunden waren wie im Flug vergangen (Foto Erich Laaser, links, bei der Begrüßung der Gäste: Wolfgang Weihs).

VDS-Präsident Erich Laaser und Organisator Hans-Joachim Zwingmann bedankten sich bei Fröhlich und Drees, verbunden mit der berechtigten Hoffnung, dass die zehnte Veranstaltung nicht die letzte gewesen sei. Die Frage ist eigentlich nur, wo Schiedsrichter und Journalisten im Januar 2020 zusammenkommen.

Die Tagungsorte wechselten bisher regelmäßig und fanden bereits im gesamten Bundesgebiet statt. Zu Beginn der Veranstaltungsreihe wurde das Seminar an zwei Tagen an zwei Orten ausgerichtet. Diesmal war Hertha BSC mit seinem Kommunikationschef Marcus Jung ein umsichtiger, hilfsbereiter und freundlicher Gastgeber. Jung hatte die Veranstaltung professionell vorbereitet. Dafür sagt der VDS ein herzliches Dankeschön.

„Veranstaltung war sehr informativ, interessant und aufschlussreich“

Wo auch immer das nächste Treffen sein wird, es ist erneut ein reger Zuspruch zu erwarten. Die Reaktionen aus dem Kollegenkreis waren – wie auch schon in den Jahren zuvor – durchweg sehr positiv. „Die Veranstaltung war sehr informativ, interessant und aufschlussreich“, so der einhellige Tenor.

Auch Drees hält die Öffnung der Schiedsrichterzunft den Medienvertretern gegenüber für sehr wichtig. „Früher stand das Kürzel VAR in der Öffentlichkeit nur für Vereinigte Arabische Emirate. Jetzt wissen fast alle, dass es auch Video Assistent Referee bedeuten kann.“ Also: Auf ein Elftes! Das entspricht ja auch ideal einer Fußballmannschaft.

Auf der Facebook-Seite des Verbandes Deutscher Sportjournalisten (VDS) können Sie weitere Fotos der Veranstaltung in Berlin sehen. Die Bilder hat Wolfgang Weihs gemacht. Wir danken für die Unterstützung!

16.01.2019






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