Jochen Zwingmann zum 80. Geburtstag
Jochen Zwingmann beim VDS-Wahlkongress im März 2019 (Foto: Matthias Koch)

Ein absoluter Teamspieler

Er war der „ewige“ dpa-Mann in Hannover. Er war der „ewige“ Vize im VDS-Präsidium. Er war der „ewige“ VDS-Verbindungsmann beim Deutschen Fußball-Bund. Er ist der „ewige“ Vorsitzende des Vereins Niedersächsische Sportpresse. Am 24. August wird Hans-Joachim „Jochen“ Zwingmann 80 Jahre alt.

Von Erich Laaser

Viele unserer Mitglieder kennen Hans-Joachim „Jochen“ Zwingmann persönlich. Wer ihn anruft, wird immer mit den Worten begrüßt: „Zwingmann spricht“. Doch er war nicht immer bei der dpa in Hannover. Alles begann bei einem Nachwuchsreporterwettbewerb des damaligen SWF in Baden-Baden. Der legendäre Rudi Michel fand den 20 Jahre jungen Zwingmann gut, riet aber von einem Ortswechsel von Hannover nach Baden-Baden ab und empfahl ihn dem NDR.
 
Der genauso legendäre Herbert Zimmermann setzte ihn bei Oberligaspielen in der Konferenz ein (Foto New York: dpa). So lernte Jochen Vereine wie den TuS Haste in Osnabrück, Barmbek-Uhlenhorst in Hamburg oder den später berühmten SV Meppen im Emsland kennen. Nebenbei arbeitete er als Pauschalist bei der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung.
 
Ab 1968 war er bei der dpa, leitete später das Landesbüro bis zum offiziellen Rentenalter im Jahr 2004. Doch es gab weiterhin genug zu tun. 1975 war Jochen zum Vorsitzenden des Vereines Niedersächsische Sportpresse gewählt worden – ein Amt, das er 44 Jahre später immer noch innehat. 1987 wurde er in das VDS-Präsidium gewählt. Er gehörte diesem Gremium 40 Jahre an, davon 30 als Vizepräsident. Imponierende Zahlen!

Jahrzehntelang im Einsatz für den VDS
 
30 Jahre lang war er auch Verbindungsmann des VDS beim DFB, war mit der Nationalmannschaft in 94 Ländern, erlebte zehn Welt- und Europameisterschaften im Fußball. Sein Abschied von dieser Funktion erfolgte nach der EM 2016 standesgemäß, natürlich in Hannover bei einem Länderspiel.
 
Ich persönlich durfte 18 Jahre mit Jochen als Vize die Geschicke des VDS bestimmen. Ohne ihn hätte ich das sicher nicht geschafft. Er war und ist ein Mann des Handelns, auf den man sich hundertprozentig verlassen kann, ein absoluter Teamspieler, der sich nie im Glanz der Öffentlichkeit sonnen will.
 
Ihm geht es immer um die Sache. Wie oft musste er bei Länderspielen auf verspätete Kollegen warten? Wie oft hat er im letzten Moment noch Mixed-Zone-Tickets besorgt? Das alles, ohne zu jammern, mit viel Geduld, ohne je einen Dank zu erwarten. Mancher Kollege müsste ihm heute noch dankbar sein.
 
Er machte vieles Unmögliche möglich. Sein früh verstorbener dpa-Kollege Klaus-Dieter „Pülleken“ Virgils nannte ihn den „Magier“, angelehnt an die Tarotkarte, die Selbstvertrauen, Willenskraft und erfolgreiches Handeln symbolisiert. Einer seiner Träume wurde bisher nicht erfüllt: ein Spiel zwischen „seinen“ 96ern und Real Madrid in der Champions League! Aber wer weiß, was die Zukunft bringt?
 
Alles Gute zum Geburtstag, lieber Jochen! Bleibe gesund und vor allem so, wie Du bist!

Dieser Artikel stammt aus der Ausgabe August/September 2019 des sportjournalist. Hier geht es zur Bestellung des Einzelheftes beim Meyer & Meyer Verlag. Mitglieder des Verbandes Deutscher Sportjournalisten erhalten den alle zwei Monate erscheinenden sportjournalist automatisch per Post und können sich das Heft zudem im Mitgliederbereich kostenlos als PDF herunterladen. Dies gilt auch für ältere Ausgaben. Auf der Facebook-Seite des VDS können Sie weitere Fotos aus dem Berufsleben Jochen Zwingmanns sehen. Auch der VNS gratuliert, lesen Sie hier.

24.08.2019






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