Nachruf auf Holger Battefeld
Holger Battefeld: 1. Februar 1959 bis 24. November 2019 (Foto: HB)

Jetzt knipst Du im Himmel

Holger Battefeld ist tot. Der langjährige Fotograf des Remscheider General-Anzeigers ist am 24. November im Alter von 60 Jahren gestorben. Wir verlieren einen Freund und Kollegen.

Von Andreas Dach

Holger Battefeld, langjähriger freier Mitarbeiter des Remscheider General-Anzeigers, ist in der Nacht von Samstag auf Sonntag in einer Wuppertaler Klinik gestorben. Für den nur 60 Jahre alt gewordenen „Batte“, wie ihn alle nannten, wird es eine Erlösung gewesen sein. Er war schwer krank und ist in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder zwischen dem Kranken- und dem Elternhaus gependelt. Der Krebs hatte ihn geschwächt, am Ende erlahmten die Kräfte. Er ist friedlich eingeschlafen.

Dabei hätte der Kollege und Freund so gerne noch gelebt. Hätte sich seine Fototasche über die Schultern geworfen, um Termine zu besetzen. Überwiegend für die Lokalsportredaktion des RGA, für die er mehr als 30 Jahre lang exzellente Arbeit geleistet hat. Holger Battefeld, geboren am 1. Februar 1959, hat nicht einfach nur auf den Auslöser gedrückt. Für ihn war das Fotografieren wie ein Lebenselixier. Er sah Dinge, die andere selbst unter dem Vergrößerungsglas nicht wahrgenommen hätten.

Er war ein Typ, einer mit Ecken und Kanten

„Batte“ identifizierte sich mit seiner Tätigkeit, mit dem Verlag und mit den Menschen in der bergischen Region. Er fieberte mit, wenn es um Auf- und Abstiege ging. Bekam ungezählte Sektduschen ab, wenn Mannschaften ihre Titel feierten. Er war immer hautnah dabei. Da durfte die Kleidung ruhig schon einmal ein wenig leiden.

Das Beste an „Batte“: Er war ein Typ. Einer mit Ecken und Kanten. Unverbiegbar. Anders. Einer, von denen es heute viel zu wenige gibt. Man konnte stundenlang mit ihm über den Sport diskutieren. Über politische Entwicklungen, über das Leben. Battefeld war ein schlauer Kopf. Stets bestens informiert.

Auf ihn konnte man sich verlassen

Seine langjährige Tätigkeit als Bankkaufmann bei der Sparkasse Wuppertal hatte er aufgegeben, um sich ausschließlich seiner großen Leidenschaft zu widmen – der Fotografie. Blaulichtfotos von Dönberg bis Gräfrath, Partybilder von Hückeswagen bis Unterburg, Sportfotos von Pohlhausen bis ins Westfalenstadion – wir wussten immer: Was er abliefert, hat Qualität. Auf ihn konnte man sich verlassen.

Vor einigen Jahren ist Holger Battefeld in der Kategorie Foto in Berlin mit dem Veltins-Lokalsportpreis ausgezeichnet worden. Auch bundesweit hatte man sehr genau registriert, welche Talente in ihm schlummern. Er verkaufte seine Bilder an viele Medien im Bergischen Land und auch überregional. Aber hinaus in die weite Welt wollte er nicht. Er war ein Mann des RGA-Lokalsports.

Verloren haben wir Dich, vergessen werden wir Dich nie

Legendär waren auch die Saisonabschlusstouren nach Mallorca. Dort, am Ballermann, schnappte sich „Batte“, Mitglied im Verband Westdeutscher Sportjournalisten, gerne das Mikro und imitierte karaokemäßig Wolfgang Petry: „Verlieben, verloren, vergessen, verzeihen“.

Passt irgendwie: Verliebt haben wir uns in Deine Fotos, Holger. Verloren haben wir Dich. Vergessen werden wir Dich nie. Und verzeihen? Brauchen wir Dir nichts. Du warst gut so, wie Du warst. Jetzt knipst Du im Himmel. Es gibt bestimmt ein paar feine Motive.

Der Nachruf auf Holger Battefeld erschien zuerst im Remscheider General-Anzeiger. Wir danken für die kollegiale Unterstützung.

24.11.2019






« zurück
Magazin sportjournalist
Die aktuelle Ausgabe:
Dezember/Januar

Titelthema

Wohin geht die Reise? Wie Medienhäuser gegen den Printschwund ankämpfen
Von Gregor Derichs

Quo vadis, Sportjournalismus? Ein Essay zu den Entwicklungen und zur Zukunft
Von Prof. Dr. Michael Schaffrath

Interview
mit Spielerberater Stefan Backs über Spieler, Berater und Medien
Von Frank Schneller

Intern
Die Ausschreibungen zu den VDS-Berufswettbewerben

Weitere Informationen
Regionalvereine