Appell für mehr Berichterstatter*innen in den Stadien
Leeres Fußballstadion (Markus Gilliar/GES-Sportfoto/Augenklick/POOL)

Wir sind die Augen und Ohren der Fans!

BDZV, DJV und VDS richten in Abstimmung mit etlichen Sportredaktionen einen Appell an die zuständige Landespolitik und die DFL. Diese sollen es den ausrichtenden Profivereinen der Fußballigen ermöglichen, die Zahl der Berichterstatter*innen, insbesondere der Fotograf*innen, in den Stadien deutlich zu erhöhen.

Gemeinsam mit den Sportredaktionen von unter anderem KICKER, BILD-Gruppe, FAZ-Sport, DER WESTEN/FUNKE-GRUPPE, RND, aus der Ippen-Gruppe, NOZ-Medien, Berliner Zeitung, Tagesspiegel, Süddeutsche Zeitung, WELT am Sonntag, Stuttgarter Zeitung/Nachrichten, Express Köln, BZ Berlin, Sächsische Zeitung, Hamburger Morgenpost, Hamburger Abendblatt appellieren BDZV, DJV und VDS an die zuständige Landespolitik und die DFL, den ausrichtenden Profivereinen der Fußballigen zu ermöglichen, die Zahl der Berichterstatter*innen, insbesondere der Fotograf*innen, in den Stadien deutlich zu erhöhen!

Die 1. und die 2. Fußball-Bundesliga haben ihren Spielbetrieb ohne Zuschauer und unter strengsten Auflagen wieder aufgenommen, die 3. Liga steht kurz davor. Die Erfahrungen der ersten beiden Spieltage nach dem DFL-Konzept haben gezeigt, dass in den weitläufigen Stadien sichere Abläufe organisiert werden können.

Sie belegen aber leider auch, dass gerade die Berichte über die Spiele mit hohem Aufmerksamkeitswert (Spitzenspiele und Derbys) und insbesondere die Bildberichtserstattung von diesen Spielen nicht die Breite und Vielfältigkeit erreichen kann, die sowohl die Sportredaktionen anstreben, als auch die vielen Fußballfans in den von ihnen bezahlten Medien erwarten dürfen.

Alle Medien der Sportberichterstattung benötigen aktuelle Informationen und originäre Eindrücke und vor allem Fotos mit unterschiedlichsten Motiven. Genau diese müssen aber derzeit das zwangsläufig „einzigartige“ Material von einem Fotografen akzeptieren und haben keinerlei Auswahlmöglichkeit.

Das schränkt die Redaktionen unverhältnismäßig ein und verärgert auch die Leser, die ja Geld für die Sportberichterstattung bezahlen und optimale Leistungen dafür verlangen. Fehlt es an (Bild-) Journalist*innen, fehlt es zwangsläufig an Vielfalt in der Darstellung: Viele Bilder zeigen leere Stadien anstelle heißer Spielszenen, viele Perspektiven müssen unbesetzt bleiben.

Die weitläufigen Arenen lassen auch unter Beachtung der Hygiene-Standards den Einsatz von deutlich mehr schreibenden Journalist*innen und Fotograf*innen im Innenraum oder auf den Tribünen zu. Auch die in den letzten Wochen erfolgten verantwortungsvollen allgemeinen Lockerungen haben sich bewährt und lassen die im April konzipierte Beschränkung (10+3) heute nicht mehr vermittelbar erscheinen.

Wir fordern Sie, liebe Sportministerinnen und Sportminister, deshalb auf, den die Spiele ausrichtenden Vereinen diese Einsatzmöglichkeiten auch wieder freizugeben!

Mit sportlichen Grüßen

Die Sportredaktionen und Dietmar Wolff für den BDZV, Prof. Dr. Frank Überall für den DJV und Erich Laaser für den VDS

29.05.2020






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