Zwei Tage lang stand das Oberhausener Ebertbad im Fokus der nationalen Sportdoku-Szene. 20 Produktionen von Apple TV über primevideo und YouTube bis hin zu den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten zeigten die gesamte Bandbreite des Genres – von tiefgreifenden Porträts bis hin zu imposanten Recherchen. Die Jury mit der Vorsitzenden Britta Heidemann (Fecht-Olympiasiegerin), Benno Möhlmann (Präsident Bund Deutscher Fußball-Lehrer) und Sportjournalismus-Professor Thomas Birkner (Universität Salzburg) kürte dabei den „Besten Film“, der Preis ist undotiert.
In ihrer Laudatio unterstrich die Jury die außergewöhnliche Kraft und die erzählerische Tiefe von „Lisa Buckwitz: OnlyBob – Mein Körper. Mein Kapital.“ (hier online kostenfrei ansehen). Der ZDF-Film thematisiert den enormen finanziellen und psychischen Druck im Hochleistungssport, den die deutsche Bob-Olympiasiegerin und Weltmeisterin Lisa Buckwitz mit ungewöhnlichen Wegen stemmt. „‚OnlyBob’ ist mehr als ein Sportfilm. Die Dimension, was uns in der Gesellschaft Sport wert ist, wird auf beeindruckende Weise an der Geschichte von Lisa Buckwitz erzählt“, so die Begründung der Jury (Foto SportFilmFest-Kurator Thorsten Poppe: Jana Rodenbusch).
Das 6. Deutsche SportFilmFest des VDS konnte in diesem Jahr einen Besucherrekord verzeichnen. Neben den Screenings sind zahlreiche Protagonisten vor Ort gewesen. So berichtete „Gentleman” Henry Maske eindringlich über die Entstehung seines Doku-Porträts „Mein Weg” (hier online kostenfrei ansehen) genau wie die B-Brothers über ihren ungewöhnlichen Weg als „Könige der Sammelkarten” (hier online kostenfrei ansehen).
Aber auch die Einblicke der Verantwortlichen der Bundesliga-Schiedsrichter zeichnete den Einfluss nach, den die Veröffentlichung der Dokumentation „Unparteiisch“ mit ihrem Perspektivwechsel für das Schiedsrichter-Wesen in der Bundesliga bedeutete. Dank dieses Blickes hinter die Kulissen sei viel mehr Verständnis für die Arbeit der Unparteiischen auf dem Platz vorhanden, betonte der DFB-Kommunikationsleiter der Schiedsrichter, Alexander Feuerherdt, auf der Bühne.
2025 hatte die Jury mit dem ehemaligen „Doppelpass“-Moderator Thomas Helmer, der früheren FIFA-Schiedsrichterin Nicole Schumacher und Sebastian Weßling (Redaktionsleiter „Sport" der FUNKE Mediengruppe) die Homophobie-Doku „Das letzte Tabu“ von Broadview TV aus Köln für prime video zum Siegerbeitrag gewählt. Die Planungen für die siebte Edition im kommenden Jahr haben bereits begonnen, um auch 2027 wieder die Geschichten hinter den Medaillen auf die Leinwand zu bringen.
vds