44. Deutscher SportpresseBall

Angelique Kerber erhält PEGASOS-Preis in der Kategorie „Legende des Sports“

19.10.2026

Der 44. Deutsche SportpresseBall steigt am 7. November in der Alten Oper Frankfurt. Veranstalter sind VDS, VFS und metropress presseagentur. Der PEGASOS-Preis in der Kategorie „Legende des Sports“ geht dieses Jahr an die frühere Weltklasse-Tennisspielerin Angelique Kerber.

 

Es gibt zwei Momente, die mehr über Angelique Kerber sagen als jede Statistik. Moment Nummer eins: Melbourne 2016, Finale der Australian Open. Die Gegnerin heißt Serena Williams, nach Steffi Graf die beste Tennisspielerin dieses Planeten, Kerber ist Außenseiterin – und gewinnt. Moment Nummer zwei: Wimbledon 2018, wieder ein Grand-Slam-Finale, wieder Serena Williams. Wieder scheint Kerber nach einer verkorksten Saison nur Außenseiterchancen zu haben. Stattdessen erfüllt sie sich ihren größten Kindheitstraum. Boris Becker twittert als einer der ersten Gratulanten: „Wir müssen nun unser Wohnzimmer teilen! Steffi, Michael und ich.“

„Angelique Kerber war eine der weltbesten Tennisspielerinnen ihrer Zeit. Zugleich war und ist sie eine wunderbare Repräsentantin des deutschen Sports, weil man bei ihr auch immer den Menschen spürt. Kerber hat oft genau dann gewonnen, wenn der Zweifel besonders groß war. Ihre Karriere steht für Beharrlichkeit, mentale Stärke und die beeindruckende Fähigkeit, Niederlagen auszuhalten, neu anzusetzen und zurückzukommen. Wir schätzen uns daher glücklich, Angelique Kerber mit dem PEGASOS-Preis in der Kategorie ‚Legende des Sports’ auszuzeichnen“, sagen die Veranstalter des Deutschen SportpresseBalls VDS, VFS und metropress presseagentur. Kerber erhält die Auszeichnung bei der 44. Auflage der Gala-Veranstaltung am 7. November in der Alten Oper Frankfurt (PEGASOS-Foto: metropress).

Mit 15 Jahren spielte Kerber ihre erste Profi-Saison, mit 19 stand sie unter den Top 100. Talent, Trainingsfleiß, Potential, Umfeld – alles war da, nur das Nervenkostüm bestand nicht immer die Zerreißprobe. So bravourös die Kielerin viele Matches gewann, so unglücklich scheiterte sie oft. 2015 verspielte sie beim Tour-Finale in Singapur den schon sicher geglaubten Einzug ins Halbfinale. „Nie wieder“, schwor sie sich damals. Zwölf Monate später war sie zweifache Grand- Slam-Siegerin (Australian Open und US Open), Silbermedaillengewinnerin von Rio und als erste Deutsche seit Steffi Graf Weltranglistenerste. Doch auf das Traumjahr 2016 folgte erneut eine schwierige Saison. Die Form fehlte, die Weltranglistenführung war weg. Statt abzudanken drehte Kerber ihren kompletten Trainingsalltag auf links und wurde mit dem Sieg in Wimbledon belohnt. Es ist diese Widerstandskraft, die Kerbers Karriere prägt: kämpfen, zweifeln dürfen, weitermachen. „Tennis hat mir gefühlt das Leben beigebracht“, sagt die 38-Jährige heute.

Auch ihr Karriereende fügte sich da nahtlos ein. Nach der Geburt ihrer Tochter kehrte Kerber zurück und verabschiedete sich 2024 bei den Olympischen Spielen in Paris mit einem bravourösen Auftritt, der erst im Viertelfinale beendet war. Dem Tennis bleibt die zweifache Mutter verbunden: als Sportdirektorin der Bad Homburg Open und in der Jugendförderung. Als UNICEF-Patin sowie Laureus-Botschafterin engagiert Kerber sich zudem seit Jahren für benachteiligte Kinder und deren Chancen auf Bildung und eine bessere Zukunft.

Neben den musikalischen Stargästen Cassandra Steen und Alvaro Soler (mehr hier) stehen auch emotionale Ehrungen im Mittelpunkt des Deutschen SportpresseBalls. Diese wurden 2014 unter der Dachmarke „PEGASOS-Preis“ zusammengeführt und haben sich seitdem im deutschen Sport als begehrte Auszeichnung etabliert. „Legende des Sports“ war 2025 Rudi Völler, „Sportlerin mit Herz“ Kristina Vogel. VDS und VFS vergeben seit 2016 den Sportmedienpreis für herausragende Sportberichterstattung. Dieses Jahr geht er an die renommierte ARD-Journalististin Esther Sedlaczek.

mp/vds/vfs